Erziehungspolitik

114 Festnahmen bei Studentenprotesten in Chile

In Chile hat es am Donnerstag erneut massive Proteste gegen die Erziehungspolitik der Regierung gegeben. Trotz Gesprächen zwischen der Regierung und der Studenten- und Lehrerbewegung kam es am Abend in der Hauptstadt zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei.

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Die chilenische Regierung und die Führer der Studenten- und Lehrerbewegung haben am Donnerstag keine Annäherung ihrer Standpunkte bei der umstrittenen Reform des Erziehungswesens erreicht. „Es war ein schwieriges Treffen“, sagte der Vorsitzende der Lehrergewerkschaft, Jaime Gajardo nach dem zweistündigen Gespräch mit Erziehungsminister Felipe Bulnes.

Die Protestbewegung will weiterhin aktiv bleiben. Die Gespräche sollen am nächsten Mittwoch fortgesetzt werden, erklärte Bulnes. Bei verschiedenen Studentendemonstrationen wurden in Chile 114 Menschen festgenommen.

Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei, die Wasserwerfer und Tränengas einsetzte. Die Gespräche im Bildungsministerium in Santiago dauerten mehr als zwei Stunden. Für kommenden Mittwoch wurde ein weiteres Treffen vereinbart. Die Schüler und Studenten verlangen gerechtere und bessere Bildungsmöglichkeiten.

Die Studenten fordern die Abschaffung der Studiengebühren in Schulen und Universitäten, und dass mindestens 60 Prozent der ärmeren Studenten Stipendien zugesichert bekommen. Ein viermonatiger Streik von Studenten und Schüler stellt Tausende von ihnen vor der Situation, das Studienjahr zu verlieren.