Afghanistan

Friedensrat will Aussöhnung trotz Mord an Rabbani

Der ehemalige afghanische Präsident und Vorsitzende des Friedensrats, Burhanuddin Rabbani, ist von Taliban getötet worden. Die radikalislamische Bewegung bekannt sich zu dem Anschlag. Der Hohe Friedensrat will die Aussöhnung mit den Taliban derweil nicht abbrechen.

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Afghanistans Ex-Präsident Rabbani wollte den Frieden mit den Taliban. Ausgerechent diese haben sich nun zu dem Mord an ihm bekannt. US-Präsident Obama kondoliert der afghanischen Führung.

Video: Reuters
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Der Hohe Friedensrat in Afghanistan will eine Aussöhnung mit den Taliban auch nach der Ermordung seines Vorsitzenden Burhanuddin Rabbani vorantreiben. Der frühere afghanische Präsident sei „ein unermüdlicher Botschafter für den Frieden“ gewesen, teilte das Gremium am Mittwoch mit. „Wir wollen dem afghanischen Volk versichern, dass wir alles in unser Kraft stehende unternehmen werden, um seine Vision einer friedlichen Zukunft für dieses großartige Land zu erfüllen.“

Der Vorsitzende des von Präsident Hamid Karsai ins Leben gerufenen Friedensrates war am Dienstagabend bei einem Selbstmordanschlag in seinem Anwesen in Kabul getötet worden. Die Taliban hatten sich am Dienstagabend zu dem Selbstmordanschlag auf den früheren afghanischen Präsidenten Burhanuddin Rabbani bekannt.

Ein Taliban-Sprecher sagte, zwei Kämpfer hätten Rabbani in dessen Haus zu Gesprächen getroffen. Einer von beiden habe dann einen Sprengsatz gezündet. Dieser sei im Turban versteckt gewesen. Bei dem Anschlag seien neben Rabbani und den zwei Taliban auch vier Sicherheitskräfte getötet worden.

Rabbani, Vorgänger von Präsident Hamid Karsai, war zuletzt Chef des sogenannten Friedensrates. In dieser Funktion sollte er versuchen, den jahrelangen Konflikt am Hindukusch mit politischen Mitteln zu lösen. Zu seinen Aufgaben zählte vor allem, die Aussöhnung mit den radikalen Taliban voranzubringen.

Nach Angaben des Taliban-Sprechers kannte Rabbani die Attentäter. „Beide trafen ihn häufig in seinem Haus in Kabul und sicherten sich das Vertrauen Rabbanis und seiner Leibwächter“, sagte der Sprecher am Telefon von einem unbekannten Ort aus. „Sie sagten Rabbani, sie würden bald hochrangige Taliban-Führer zu ihm an den Verhandlungstisch bringen.“ Der Taliban-Sprecher ergänzte, ähnliche Attentate seien für die nahe Zukunft geplant.

Karsai-Sprecher Hamid Elmi sagte, das Kultur- und Informationsministerium werde ein Datum für einen nationalen Trauertag bestimmen. Karsai hatte seine Reise zur UN-Generalversammlung in New York nach dem Mord abgebrochen und war am Mittwoch auf dem Rückweg nach Kabul.

Das Parlament in Kabul teilte mit, es werde sich in einer Sondersitzung mit dem Umständen der Tat und den Konsequenzen auseinandersetzen. Der Mord an Rabbani sei „unmenschlich und unislamisch“ gewesen. Man werde sich beim Streben nach Frieden nicht von den „Feinden Afghanistans“ unterkriegen lassen. Die Tat war international verurteilt worden.

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