Vorsitzender des Friedensrats

Afghanischer Ex-Präsident bei Attentat getötet

Der ehemalige afghanische Präsident und Vorsitzende des Friedensrats, Burhanuddin Rabbani, ist am Dienstag in Kabul bei einem Bombenanschlag ums Lebens gekommen. Er galt in Glaubensfragen als vergleichsweise liberal und ermöglichte Mädchen den Zugang zu Bildung.

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Bei einem Anschlag in Kabul ist der Chef des nationalen Friedensrates und ehemalige Präsident Rabbani getötet worden.

Video: Reuters
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Der frühere afghanische Präsident und Vorsitzende des Friedensrats, Burhanuddin Rabbani, ist nach Informationen der britischen BBC bei einem Bombenanschlag in seiner Wohnung in Kabul getötet worden. Das teilten zwei Gewährspersonen aus Kreisen der afghanischen Regierung am Dienstag mit. Der afghanische TV-Sender Tolo berichtete, bei dem Anschlag seien fünf weitere Menschen ums Leben gekommen.

Der Friedensrat war vor einem Jahr von der afghanischen Regierung initiiert worden, um eine politische Lösung des Konflikts in dem Land zu erreichen. So sollte das Gremium auch die aufständischen Taliban einbeziehen und direkte Verhandlungen mit der Taliban-Führung aufnehmen. Allerdings hat der Rat bislang wenige Fortschritte zu verzeichnen.

Rabbani zählte zu einer Gruppe von Mudschahedin-Führern, die in den 1980er Jahren gegen die sowjetischen Truppen im Land kämpften. Von 1992 bis 1996 war er afghanischer Präsident, bevor er von den Taliban gestürzt wurde. Rabbani wurde anschließend der nominelle Führer der Nordallianz, die nach dem Sturz der Taliban in Kabul an die Macht kam. Er selbst gehörte der Minderheit der Tadschiken an.

Rabbani war 1996 de facto von den Taliban aus dem Präsidentenamt gejagt worden. Er hatte dieses Amt aber nach offizieller Lesart der Vereinten Nationen weiter inne, bis er es im Jahr 2001 Hamid Karsai übergab.

Rabbani war während des Taliban-Regimes einer der führenden Figuren der so genannten Nordallianz, die sich im Norden Afghanistans gegen die Taliban auflehnten. Während seiner Präsidentschaft galt er in Glaubensfragen als vergleichsweise liberal, erlaubte Frauen zu arbeiten und ermöglichte Mädchen den Zugang zu Bildung.