Blutige Niederschlagung

20 Menschen sterben bei Protesten im Jemen

Nach der blutigen Niederschlagung von Protesten am Sonntag in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa gehen die Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten unvermindert heftig weiter. Mindestens 20 Menschen starben bei Übergriffen von bewaffneten Regierungsanhängern.

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In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind die Sicherheitskräfte erneut mit Gewalt gegen regierungskritische Demonstranten vorgegangen und haben dabei mindestens 20 Menschen getötet. Unter den Toten seien auch drei desertierte Soldaten und zwei Kinder, sagten Ärzte und Angehörige am Montag. Erst am Sonntag waren bei der blutigen Niederschlagung regierungskritischer Proteste 26 Menschen getötet worden.

Am Montag gingen erneut zehntausende Menschen gegen Staatschef Ali Abdallah Saleh auf die Straße. Augenzeugen zufolge wurden einige Zivilisten von Kugeln von auf Dächern positionierten Scharfschützen getroffen. Andere seien bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften und bewaffneten Regierungsanhängern getötet worden.

Eine Mutter sagte, ihr zehn Monate altes Baby und ihr zehn Jahre alter Sohn seien getötet worden, als das Fahrzeug der Familie nahe dem Platz des Wandels, dem Zentrum der Proteste, von Kugeln getroffen worden sei. Nach Angaben von Anwohnern lieferten sich Sicherheitskräfte auch Auseinandersetzungen mit Soldaten einer Panzerbrigade, die im März zu den Regierungsgegnern übergelaufen waren.

Auch in anderen Städten des Landes gab es am Montag wieder Demonstrationen. Nach Angaben von Ärzten und Augenzeugen wurden in Taes zwei Menschen getötet und dutzende verletzt, als die Sicherheitskräfte unterstützt von Panzern und anderen gepanzerten Fahrzeugen gegen die Demonstranten vorgingen.

Am Sonntag waren bei einem Protestmarsch gegen den seit 1978 regierenden Saleh in Sanaa mindestens 26 Demonstranten von Sicherheitskräften und Regierungsanhängern getötet und hunderte weitere verletzt worden. Die jemenitische Regierung verurteilte die Gewalt und sprach ihr „Bedauern“ aus. Die Regierung werde die Vorfälle untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen, erklärte Außenminister Abubakr Abdullah Alkerbi am Montag vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf.

Im Jemen wird seit Januar für ein Ende der Herrschaft von Präsident Saleh demonstriert. Seither kamen mehrere hundert Menschen ums Leben. Der UN-Sondergesandte für den Jemen, Dschamal Benomar, und der von den Golfstaaten ernannte Vermittler Abdellatif Sajani trafen am Montag in Sanaa ein, wie ein westlicher Diplomat sagte. Sie wollten mit der Führung des Landes einen Ausweg aus der Krise suchen.