Kampf gegen al-Qaida

US-Drohne tötet 25 Extremisten in Pakistan

In der pakistanischen Region Waziristan sind mindestens 25 mutmaßliche Aufständische ums Leben gekommen. Das Gebiet gilt als Rückzugsort von al-Qaida.

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Raketen einer Drohne haben 13 mutmaßliche Extremisten im Nord-Westen Pakistans getötet. Die Geschosse seien in den frühen Morgenstunden in ein Haus im Dorf Dremala in der Stammesregion Süd-Waziristan eingeschlagen, teilten pakistanische Geheimdienstmitarbeiter mit. Vermutlich feuerte eine US-Drohne die Raketen ab.

Es war der zweite derartige Angriff innerhalb von zwölf Stunden. Bereits am Vortag kamen dem pakistanischen Geheimdienst zufolge zwölf Extremisten im benachbarten Nord-Waziristan durch eine Drohnenraketen ums Leben. Insgesamt sollen bei den jüngsten Angriffen mindestens 25 mutmaßliche Aufständische getötet worden sein. Die Nachrichtenagentur dpa spricht sogar von 50 Toten.

Washington hält Region für gefährlichsten Ort der Welt

Die USA machen offiziell keine Angaben zu den Drohnenangriffen. Die US-Streitkräfte und der Geheimdienst CIA sind aber die einzigen, die die unbemannten Flugzeuge in der Region einsetzen. Seit der Tötung von Al-Qaida-Chef Osama Bin Laden durch ein amerikanisches Spezialkommando Anfang Mai soll es insgesamt 21 US-Drohnenangriffe in den pakistanischen Stammesgebieten gegeben haben.

Washington hält die halbautonome Stammesregion im Nordwesten Pakistans für den gefährlichsten Ort der Welt und den wichtigsten Rückzugsort von al-Qaida. Die Region liegt Nahe zur afghanischen Grenze und wird von Militanten oftmals genutzt, um die Grenze zu überqueren.

Erst kürzlich hatte die US-Regierung angekündigt, aufgrund der angespannten Beziehungen zu Islamabad ihre Militärhilfe für Pakistan um mehr als ein Drittel zu kürzen. An den umstrittenen Drohnenangriffen auf mutmaßliche Aufständische in Pakistan ändert das nichts. Die USA lehnen es zwar ab, das verdeckte Drohnenprogramm der CIA in Pakistan öffentlich zu bestätigen. Allerdings haben US-Vertreter in vertraulichen Gesprächen mitgeteilt, dass durch die Angriffe schon ranghohe Taliban und al-Qaida-Mitglieder getötet worden seien.

Pakistan droht mit Truppenrückzug aus dem Grenzgebiet

Die Regierung in Islamabad drohte nach Aussetzung eines Teils der US-Militärhilfe für Pakistan den USA mit einem Truppenrückzug aus dem Gebiet. Verteidigungsminister Ahmad Mukhtar kündigte nach einem Bericht der Zeitung „Express Tribune“an, zunächst etwa 1100 Militärposten an der Grenze zum Nachbarland zu schließen, sollte das Geld nicht freigegeben werden. Zudem wäre ein Rückzug von Soldaten aus den Taliban-Hochburgen im Nordwesten Pakistans denkbar.

Die „New York Times“ hatte unter Berufung auf US-Regierungsbeamte berichtet, Washington wolle rund 800 Millionen Dollar (etwa 560 Millionen Euro) an Militärhilfen zurückstellen, um Islamabad zu mehr Kooperation im Anti-Terror-Kampf zu bewegen. Außenministerin Hillary Clinton sagte dazu, die USA wollten die ausgesetzte Unterstützung erst wieder im vollen Umfang aufnehmen, wenn Islamabad härter gegen islamische Extremisten vorgeht.

Nach Angaben von Verteidigungsminister Mukhtar sind jährlich allein 300 Millionen Dollar aus der US-Hilfe für den Anti-Terror-Kampf in die Unruhegebiete an der afghanischen Grenze vorgesehen. Aktuellen Medienberichten zufolge hat Pakistan inzwischen mehr als 140.000 Soldaten und Paramilitärs in der Region stationiert.