Dokument aus Bin-Laden-Versteck

Al-Qaida plante Terroranschlag in Deutschland

Al-Qaida wollte einen Anschlag auf Europas Wirtschaft verüben. Das geht offenbar aus Daten hervor, die in Bin Ladens Versteck gefunden wurden. Auch Deutschland war ein Ziel.

Foto: dpa / dpa/DPA

Unter den Daten, die US-Elitesoldaten am 2. Mai in Osama Bin Ladens Versteck in Abbottabad beschlagnahmt haben, befindet sich nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Stern" ein Strategie-Konzept für einen Anschlag gegen Europas Wirtschaft.

Ausdrücklich werde auch Deutschland als Anschlagsziel genannt, heißt es unter Berufung auf mehrere Sicherheitsbehörden.

Autor des Konzeptes, das den Aufbau mehrerer spezialisierter Terror-Zellen fordert, ist demnach Scheich Younis al-Mauretani. Er gehörte zum kleinen Kreis hochrangiger Führungsleute von al-Qaida, die mit dem versteckt in Pakistan lebenden Bin Laden Informationen austauschen konnten.

Zwei festgenommene deutsche Islamisten, Rami Makanesi und Ahmad Sidiqi, hatten im letzten Herbst in Verhöraussagen vor Terrorplänen des Scheichs gewarnt. In den Sicherheitsbehörden entbrannte daraufhin ein Streit über die tatsächliche Gefährlichkeit von al-Mauretani. Die Experten kannten ihn bis dato lediglich als religiöse Inspirationsfigur mit nur begrenztem Einfluss bei al-Qaida.

Letztlich setzte sich das BKA mit seiner Einschätzung durch, die Sache ernst zu nehmen: Mitte November warnte der Innenminister Thomas de Maizière öffentlich und ließ unter anderem den Reichstag absperren.