Absage an USA

Tschechien steigt bei Raketenabwehr aus

Tschechien will sich nicht mehr an der von den USA geplanten Raketenabwehr beteiligen. Das Land kritisiert die zu geringe Rolle, die es bei dem Vorhaben spielen sollte.

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Tschechien steigt aus der von den USA geplanten Raketenabwehr in Europa aus. Grund sei die geringe Rolle, die Tschechien in diesen Plänen inzwischen spiele, sagte Verteidigungsminister Alexandr Vondra in Prag. Tschechien wolle eigentlich teilnehmen, „aber nicht unter diesen Umständen“, sagte Vondra.

Die Regierung des damaligen US-Präsidenten George W. Bush hatte zunächst vorgeschlagen, zehn Abfangraketen in Polen und das Radarsystem in Tschechien zu stationieren. Russland protestierte aber heftig gegen den Plan und drohte mit der Stationierung eigener Raketen an der Grenze zu Polen.

US-Präsident änderte dann im September 2009 die Pläne, die nur noch eine kleinere Rolle für Tschechien vorsehen.

Vondra kam am Mittwoch in Prag mit dem stellvertretenden US-Verteidigungsminister William Lynn zusammen. Beide erklärten nach der Unterredung, nun müsse geklärt werden, wie die tschechische Beteiligung in der Zukunft aussehen könnte.