Neue Repressalien

Fastenbrechen beginnt in Syrien mit Blutvergießen

Während die arabische Welt das Fastenbrechen feiert, geht das Regime in Syrien weiter mit aller Härte gegen Demonstranten vor. Bei neuen Protesten von Regimegegnern wurden nach Angaben der Opposition vom Dienstag mindestens sieben Zivilisten getötet.

Am ersten Tag des islamischen Fests zum Fastenbrechen haben syrische Sicherheitskräfte laut Aktivisten erneut auf tausende Demonstranten geschossen und mindestens sieben von ihnen getötet, darunter einen 13-jährigen Jungen. Die Sicherheitskräfte seien am Dienstag in der südlichen Provinz Daraa, in der Stadt Homs, in Damaskus sowie in Vororten der Hauptstadt nach dem Morgengebet gegen Regimegegner vorgegangen, die gegen Präsident Baschar Assad protestierten.

Sechs Menschen seien in Daraa getötet worden, einer in Homs, erklärten die örtlichen Koordinationskomitees, die die Proteste mit organisieren. Ein Aktivist in Daraa bestätigte die sechs Toten in der Provinz. Vier von ihnen seien in der Ortschaft Al-Harra und zwei weitere in Inchil getötet worden. Unter den Opfern in Al-Harra sei ein 13-jähriger Junge gewesen. „Sie (die Sicherheitskräfte) können schießen und töten so viel sie wollen, wir werden nicht aufhören, den Regimewechsel zu fordern“, sagte der Aktivist, der anonym bleiben wollte.

Das dreitägige Fastenbrechen Eid al Fitr zum Ende des islamischen Monats Ramadan begann am Dienstag. In der Stadt Daraa, in der die Proteste gegen Assad vor fünf Monaten begonnen hatten, gingen tausende Menschen auf die Straße. Auf einem ihrer Transparente war zu lesen: „An Eid fällt das Regime.“

Hinrichtung Assads gefordert

Auf Amateurvideos waren Demonstranten zu sehen, die die Hinrichtung Assads forderten. Einige von ihnen verlangten internationalen Schutz für die Zivilbevölkerung. „Wir werden täglich getötet“, stand auf einem Plakat. Das in London ansässige Syrische Observatorium für Menschenrechte berichtete auch über heftige Schießereien in Kabun, einem Vorort von Damaskus. Dabei seien fünf Menschen verletzt worden.

In der nördlichen Provinz Idlib zogen mehrere hundert Demonstranten durch die Straßen. Sie trugen Blumenkränze und Bilder von getöteten Angehörigen bei sich und skandierten: „Baschar, wir wollen dich nicht“. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden seit Beginn des Volksaufstands im März mehr als 2.200 Zivilpersonen getötet.

Präsident Assad nahm am Dienstag in der nach seinem verstorbenen Vater benannten Hafis-Assad-Moschee in Damaskus am Morgengebet teil, wie die amtliche Nachrichtenagentur SANA meldete.

Nach dem Vorbild Libyens hat jetzt auch die syrische Opposition einen Übergangsrat gebildet. Dessen Ziel ist der Sturz des Regimes von Präsident Assad. Nach Angaben des Nachrichtensenders Al-Dschasira wurde der Sorbonne-Professor Burhan Ghaliun zum Vorsitzenden gewählt. Die Wahl des Gremiums fand am Montag in der türkischen Hauptstadt Ankara statt. Nicht alle Oppositionsgruppen sind mit der Bildung des Rates einverstanden.

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