Informationsschlacht

Gaddafis Sohn Chamis soll schon wieder tot sein

Kamikaze-Attacke, Nato-Luftangriff, Schlacht bei Tarhuna: Wenn es nach den libyschen Rebellen geht, ist Chamis al-Gaddafi schon mehrere spektakuläre Tode gestorben.

Foto: picture alliance / abaca / picture alliance / abaca/Balkis Press

Montag war es wieder so weit: Die libyschen Rebellen vermeldeten den Tod des jüngsten Sohnes des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi. Chamis al-Gaddafi sei „wahrscheinlich während einer Schlacht“ nahe Tarhuna rund 80 Kilometer südlich der Hauptstadt Tripolis getötet worden , sagte der Justizminister des Nationalen Übergangsrats, Mohamed Allegi, unter Berufung auf einen Anführer der Aufständischen.

Er sei zunächst schwer verwundet worden, berichtete ein Kommandeur der Rebellen. Später sei er seinen Verletzungen in einem Krankenhaus erlegen und in der Region beerdigt worden.

Zuvor hatte die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtet, Chamis Gaddafi sei „mit ziemlicher Sicherheit“ auf dem Weg von Tripolis ins einhundert Kilometer südlich gelegene Bani Walid getötet worden. Dort habe er sich seinem untergetauchten Vater und zwei seiner Brüder anschließen wollen.

Nicht das erste Mal

Sein Tod war jedoch seit Beginn der Revolte gegen Gaddafi bereits mehrfach vermeldet worden, hatte sich bisher aber nie bestätigt. Chamis Gaddafi kommandierte eine berüchtigte Elite-Einheit der libyschen Truppen und galt als Hardliner.

Zuletzt berichtete der arabische Nachrichtensender al-Dschasira am 23. August , dass Rebellen zwei Leichen fanden, bei denen es sich um die des libyschen Geheimdienst-Chefs Abdullah al-Senussi und die von Chamis al-Gaddafi, handeln könnte.

Auch am 5. August berichteten Rebellen, dass Chamis bei einem Luftangriff der Nato getötet worden sei. Nur wenigeTage später wurde diese Information in Medienberichten korrigiert.

Erstmalig hatten die Rebellen Chamis am 20. März nach einem Angriff auf die Gaddafi-Residenz in Bab al-Asisija in Tripolis für tot erklärt. Demnach war er Opfer eines Kamikaze-Piloten geworden, der sich absichtlich in die von Gaddafi und seiner Familie bewohnte Residenz stürzte. Die libysche Führung dementierte jedoch diese Angaben später.

Auf der anderen Seite soll Muammar al-Gaddafi selbst den Tod von Angehörigen bereits mehrfach instrumentalisiert haben .

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