Ramadan-Ende

18 Tote bei religiösen Unruhen in Nigeria

Bei Ausschreitungen zwischen christlichen und muslimischen Jugendlichen in Nigeria gab es zahlreiche Tote. Von wem die Angriffe ausgingen, ist noch unklar.

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Bei Zusammenstößen zwischen christlichen und muslimischen Jugendlichen in der Stadt Jos in Zentralnigeria sind zahlreiche Menschen getötet worden. Die nigerianische Tageszeitung „National Mirror“ sprach von mindestens 18 Todesopfern. Über den Auslöser der Krawalle am Montag, dem letzten Tag des islamischen Fastenmonats Ramadan, gibt es unterschiedliche Angaben.

Laut „The National Mirror“ sollen muslimische Jugendliche am Montag demonstrativ in einem Stadtteil gebetet haben, der bislang von Muslimen gemieden wurde. Einzelne Teilnehmer hätten Christen mit Steinen beworfen, weil sie sich von ihnen am Gottesdienst gehindert fühlten. Nach anderen Darstellungen griffen christliche Jugendliche die Muslime an. Mehrere Autos seien in Flammen aufgegangen.

Von Sicherheitskräften erschossen

Mehrere Demonstranten seien von Sicherheitskräften erschossen worden, berichtet „The National Mirror“ unter Berufung auf Augenzeugen. Die Universitätsklinik von Jos meldete 50 Verletzte.

Jos war im Dezember Schauplatz blutiger Anschläge. Durch mehrere Bomben kamen mehr als 80 Menschen ums Leben. Im Nordosten des Landes wurden zudem zwei Kirchen überfallen und mehrere Christen getötet.

Die militante Islamistengruppe Boko Haram bekannte sich zu den Attentaten. Vergangenen Freitag starben bei einem Selbstmordanschlag auf das UN-Gebäude in der nigerianischen Hauptstadt Abuja 23 Menschen. Auch zu dieser Tat bekannte sich Boko Haram.