Grossbritannien

Verdächtige wegen Mordes bei Krawallen angeklagt

In Birmingham stehen zwei Männer vor Gericht, die während der Krawalle mit dem Auto in eine Gruppe Menschen gerast waren. Drei von ihnen starben.

Foto: REUTERS

Nach dem Tod von drei Männern bei den Krawallen in Großbritannien müssen sich die ersten zwei Verdächtigen vor Gericht verantworten. Ein 26-Jähriger und ein 17-Jähriger wurden am Samstag wegen dreifachen Mordes angeklagt und sollen am Sonntagmorgen in Birmingham vor Gericht erscheinen, wie die Polizei mitteilte.

Sie werden verdächtigt, in der Nacht zum Mittwoch in der zweitgrößten britischen Stadt mit einem Auto mutwillig in eine Gruppe von Menschen gerast zu sein, die Geschäfte vor Plünderungen schützen wollten. Dabei waren drei Männer ums Leben gekommen. Insgesamt waren bei den schweren Unruhen fünf Menschen gestorben.

Wegen des Vorfalls in Birmingham sitzen den Angaben zufolge noch zwei weitere Verdächtige im Alter von 23 und 27 Jahren in Polizeigewahrsam. Ein 16-Jähriger und ein 32-Jähriger wurden auf Kaution entlassen.

Insgesamt hatte die Polizei nach den Ausschreitungen in Birmingham und umliegenden Ortschaften mehr als 500 Menschen festgenommen. Landesweit wurden seit Beginn der Randale vor einer Woche mehr als 1600 mutmaßliche Randalierer festgenommen.

Zahlreiche Krawallmacher wurden bereits verurteilt, die Gerichte arbeiteten in den vergangenen Tagen ohne Unterlass und sollten auch das Wochenende über tätig sein. Angesichts einer massiven Aufstockung von Polizisten und wegen schlechten Wetters blieb es seit Mittwochnacht zwar ruhig. Die Polizei blieb am Samstag aber weiter mit einem massiven Aufgebot in den Städten des Landes präsent.

In London waren wie die Tage zuvor 16.000 Polizisten im Einsatz. Auslöser der Ausschreitungen war der Tod eines vierfachen Familienvaters bei einem Polizeieinsatz im Londoner Stadtteil Tottenham.