Erziehungspolitik

210 Festnahmen bei Studentenprotesten in Chile

In Chile hat es am Donnerstag erneut massive Proteste gegen die Erziehungspolitik der Regierung gegeben. Zum Abschluss des zweitägigen Generalstreiks kam am Abend in der Hauptstadt zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei.

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Demonstranten und Polizei in Chile haben sich bereits den zweiten Tag in Folge heftige Gefechte geliefert. In der Hauptstadt Santiago setzten die Sicherheitskräfte Tränengas und Wasserwerfer ein. Die Demonstranten warfen mit Steinen.

Video: Reuters
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Am zweiten Tag eines 48-stündigen Generalstreiks in Chile hat es erneut gewaltsame Auseinandersetzungen und hunderte Festnahmen gegeben. Landesweit wurden am Donnerstag 27 Menschen verletzt und 210 festgenommen, wie die Behörden mitteilten. Im ganzen Land gingen rund 175.000 Menschen auf die Straße, davon 50.000 in der Hauptstadt Santiago de Chile, wo der Protest im Vergleich zu anderen Städten tagsüber verhältnismäßig friedlich verlief.

Die Gewalt erreichte nicht das Ausmaß vom ersten Streiktag am Mittwoch, als 36 Menschen verletzt und 348 festgenommen worden waren. Zudem hatte es in der Nacht zum Donnerstag und im Morgengrauen gewaltsame Ausschreitungen und Plünderungen in Vororten von Santiago gegeben, bei denen nach Behördenangaben 42 Polizisten verletzt wurden. Sechs von ihnen erlitten demnach Schusswunden.

Nach Angaben des Energiekonzerns Chilectra fiel bei 50.000 Einwohnern der Hauptstadt wegen Vandalismus' während der Proteste der Strom aus. Ein Regierungssprecher erklärte, die Demonstrationen seien am Donnerstag „ohne große Probleme“ verlaufen, kritisierte aber die Gewalt in der Nacht zuvor.

Zu dem Streik hatte die führende chilenische Gewerkschaft CGT aufgerufen, um den Forderungen von Studenten nach Reformen im Bildungswesen Nachdruck zu verleihen. Bei den seit drei Monaten andauernden Protesten wird eine stärkere finanzielle Beteiligung des Staates an der Bildung sowie eine bessere Ausstattung staatlicher Schulen gefordert.

Bei den Demonstrationen vom Mittwoch und Donnerstag ging es zudem um bessere Arbeitsbedingungen von Krankenhauspersonal und Rettungskräften. Nach Angaben der CGT nahmen 600.000 Menschen an dem Streik teil sowie 80 Prozent der Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Dem Arbeitsministerium zufolge beteiligten sich lediglich neun Prozent der Beamten.