Russlandbesuch

Kim Jong Il trifft mit Panzerzug am Baikalsee ein

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il ist auf seiner Russlandreise in der sibirischen Stadt Ulan Ude am Baikalsee eingetroffen. Hier will er mit Russlands Präsident Dmitri Medwedew die russisch-nordkoreanischen Beziehungen neu starten.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il ist mit seinem gepanzerten Zug für Gespräche mit Kremlchef Dmitri Medwedew in der sibirischen Stadt Ulan Ude am Baikalsee eingetroffen. Vor dem geplanten Treffen 4400 Kilometer östlich von Moskau unternahm der 69-Jährige eine Bootstour auf dem See, wie Medien am Dienstag berichteten. Der Kreml nannte auf Anfrage wegen der „Spezifik von Kims Besuch“ keinen Zeitpunkt für die Zusammenkunft der beiden Staatsoberhäupter. Für seine Reise hat sich der Diktator schärfste Sicherheitsvorkehrungen und Geheimhaltung ausbedungen.

Moskauer Zeitungen veröffentlichten erste Bilder davon, wie Kim von russischen Schönheiten in Nationaltrachten mit Brot und Salz empfangen wurde. Auf seiner am Samstag begonnenen Reise hat sich der autoritäre Machthaber bereits mit russischer Wasserkraftwerkstechnik vertraut gemacht. Als Ziel von Kims Reise gilt ein Neustart in den russisch-nordkoreanischen Beziehungen.

Russland will vor allem eine politisch heikle Gaspipeline über das Territorium seines kommunistischen Nachbarn Nordkorea nach Südkorea durchsetzen. Nordkorea soll im Gegenzug für den Transit von zehn Milliarden Kubikmetern Gas in sein verfeindetes Nachbarland Gebühren von 100 Millionen US-Dollar im Jahr verdienen. Das verarmte Land ist dringend auf Einnahmen angewiesen. Zudem machen dem Regime internationale Sanktionen gegen sein Atomprogramm zu schaffen. Dem Vernehmen nach will Medwedew bei Kim auch für die Wiederaufnahme der internationalen Verhandlungen über das Programm werben.