Umstrittene Freilassung

Öl spielte im Lockerbie-Fall eine Rolle

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Handelsbeziehungen zu Libyen haben nach Angaben des britischen Justizministers Jack Straw eine wesentliche Rolle bei der Entscheidung für einen möglichen Gefangenentransfer des Lockerbie-Attentäters gespielt. Geschäfte und vor allem ein Vertrag für den BP-Konzern hätten "einen sehr großen Teil" ausgemacht.

Der britische Justizminister Jack Straw hat eingeräumt, dass Handelsfragen bei der Freilassung des libyschen Lockerbie-Attentäters Abdel Basset al-Megrahi eine sehr große Rolle gespielt haben.

Das bedauere er nicht, sagte Straw in einem Interview des „Daily Telegraph". Die Entscheidung, den 57-jährigen krebskranken Megrahi aus schottischer Haft zu entlassen, habe den britisch-libyschen Beziehungen gedient und einem Vertrag des Ölmultis BP mit dem nordafrikanischen Land den Weg geebnet.

Premierminister Gordon Brown hat wiederholt dementiert, dass Wirtschaftsfrage bei der Freilassung des Lockerbie-Attentäters eine Rolle gespielt hätten.

„Libyen wir ein Schurkenstaat. Wir wollten ihn zurückholen“, sagte Straw. „Und ja, das beinhaltete den Handel, denn Handel ist dafür ein wesentlicher Bestandteil, und später war da das BP-Abkommen.“ Die Haftentlassung Megrahis war von den USA scharf kritisiert worden. Bei dem Anschlag auf ein PanAm-Flugzeug, das

1988 über der schottischen Ortschaft Lockerbie abgestürzt war, waren 270 Menschen ums Leben gekommen. Die meisten Opfer waren US-Bürger.

( AP/Reuters/dcs )