Gazastreifen

Palästinensergruppen brechen Waffenstillstand

Auch in der Nacht zum Dienstag ist der Waffenstillstand im Gazastreifen durch militante Palästinensergruppen gestört worden. Sie feuerten vier Raketen auf Südisrael ab. Verletzt wurde niemand.

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Nach den Attentaten auf einen Reisebus und weitere Fahrzeuge im Süden Israels flog das israelische Militär in der Nacht Angriffe auf palästinensische Ziele im Gazastreifen.

Video: Reuters
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In einem Verstoß gegen den De-facto-Waffenstillstand zwischen Israel und den Palästinensern sind vom Gazastreifen aus vier Raketen auf Südisrael abgefeuert worden. Zwei Raketen seien am späten Montagabend in der Stadt Sderot auf unbewohntem Gebiet eingeschlagen, sagte eine Polizeisprecherin. Eine weitere Rakete sei südlich von Ashkelon eingeschlagen. Ein Militärsprecher berichtete von einer vierten Rakete nahe Ashkelon. Verletzt wurde niemand.

In einer gemeinsamen Erklärung bekannten sich zwei Palästinensergruppen, die dem Waffenstillstand nicht beigetreten waren, zu den Anschlägen: Die Ali-Mustafa-Brigaden der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) und die von den Palästinensischen Volkswiderstandskomitees abgespaltenen Al-Nasser-Brigaden.

Die im Gazastreifen regierende radikalislamische Hamas hatte am Sonntag einen Waffenstillstand verkündet. Am Montag hatten die Palästinensischen Volkswiderstandskomitees erklärt, diesen „vorübergehend“ einhalten zu wollen.

Israelische Demonstranten besetzen Stadtverwaltung

Unterdessen kommt Israel auch innenpolitisch nicht zur Ruhe. Israelische Demonstranten haben erstmals aus Protest gegen die Wohnungsnot ein der Stadtverwaltung gehörendes Gebäude in Tel Aviv besetzt. Sie hätten das leerstehende Gebäude gereinigt und wollten es als Gemeindezentrum dem Viertel „zurückgeben“, in dem es stehe, sagte einer der Besetzer am Montag dem israelischen Fernsehkanal 10. Nach Angaben des Senders erstatteten die Behörden Anzeige bei der Polizei.

Laut dem Sender diente das in den 40er Jahren erbaute Gebäude früher einmal als Berufsbildungszentrum für junge jüdisch-orthodoxe Frauen. Er habe in der Vergangenheit wiederholt die Stadtverwaltung aufgefordert, das Gebäude instandzusetzen und die Räume in günstige Mietwohnungen umzuwandeln, sagte der Abgeordnete der linksgerichteten Merez-Partei, Nizan Horowitz.

Die Proteste gegen Wohnungsknappheit, hohe Lebenhaltungskosten und soziale Ungleichheit hatten vor rund fünf Wochen begonnen. Sie erreichten am 6. August einen Höhepunkt, als landesweit mindestens 250.000 Menschen auf die Straße gingen.