Israelkonflikt

Raktenangriffe gehen trotz Waffenstillstand weiter

Israelis und militante Palästinenser im Gazastreifen haben sich am Sonntag einen weiteren Schlagabtausch geliefert. Zuvor hatte radikalislamische Hamas zu einer Waffenstillstandsvereinbarung bereiterklärt.

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Nach den Attentaten auf einen Reisebus und weitere Fahrzeuge im Süden Israels flog das israelische Militär in der Nacht Angriffe auf palästinensische Ziele im Gazastreifen.

Video: Reuters
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Ungeachtet einer Waffenstillstandsvereinbarung haben militante Palästinenser im Gazastreifen in der Nacht zum Montag nach Militärangaben erneut Raketen und Mörser auf den Süden Israels abgefeuert. 14 Geschosse seien abgeschossen worden, teilten die Streitkräfte mit. Die Truppen reagierten demnach vor Mitternacht mit einem Luftangriff. Die radikalislamische Hamas hatte am Sonntag erklärt, am Abend solle ein Waffenstillstand in Kraft treten. Alle Palästinenser-Fraktionen hatten sich bereit erklärt, den Beschuss des israelischen Grenzgebiets mit Raketen einzustellen. Von israelischer Seite lag dazu zunächst keine Stellungnahme vor.

Die Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern war am vergangenen Donnerstag erneut eskaliert, als mutmaßliche palästinensische Extremisten bei einer Anschlagsserie im Süden Israels acht Menschen töteten. Bei Luftangriffen auf den Gazastreifen wurden bis Sonntag 14 Palästinenser getötet. Bei dem Beschuss des israelischen Grenzgebiets mit selbst gebauten Raketen durch militante Palästinenser kam bislang ein Mensch ums Leben.

Noch wenige Stunden vor dem Angebot zur Waffenruhe hatte die israelische Luftwaffe am Sonntag wieder Ziele im Gazastreifen bombardiert. Dabei seien im Norden des Palästinensergebiets ein Erwachsener und ein Kind verletzt worden, teilten die palästinensischen Gesundheitsbehörden mit. Auch eine leerstehende Polizeiwache im Norden und ein weiteres Ziel im Süden des Gazastreifens sein angegriffen worden.

Militante Palästinenser schossen bis Sonntagabend vom Gazastreifen aus erneut rund 30 Kleinraketen und Granaten auf den Süden Israels ab. Damit sind nach israelischen Angaben seit Donnerstag weit mehr als 100 Geschosse in Israel eingeschlagen. Mehrere Menschen mussten am Sonntag wegen Schocks behandelt werden, erklärte ein Militärsprecher.

Unterdessen nahmen auch die Spannungen zwischen Israel und Ägypten zu. Ägyptische Demonstranten und mehrere Parteien forderten die Schließung der israelischen Botschaft in Kairo. Ein Demonstrant holte in der Nacht zum Sonntag in einer waghalsigen Kletteraktion die israelische Flagge von der Fassade eines Hochhauses in Kairo, in dem die israelische Botschaft untergebracht ist. Er ersetzte sie durch eine ägyptische Flagge. Laut Augenzeugenberichten wurde er von der Menge, die wegen des Todes von fünf ägyptischen Grenzschützern an der Grenze zu Israel seit zwei Tagen demonstriert, bejubelt und vor einer Festnahme durch die Militärpolizei bewahrt.Die ägyptischen Grenzschützer waren am Donnerstag getötet worden, als israelische Sicherheitskräfte nach den Anschlägen in Israel die Attentäter Richtung ägyptische Grenze verfolgten.

Verteidigungsminister Ehud Barack erklärte nach Informationen der Zeitung „Jerusalem Post“ zwar sein Bedauern über „den Tod der ägyptischen Polizisten während des Terrorangriffs gegen Israel.“ Dem ägyptischen Kabinett war dies als Entschuldigung jedoch nicht genug. „Obwohl die israelische Erklärung positiv erscheint, entspricht sie nicht der Schwere des Vorfalls und der Verärgerung der Ägypter über die israelischen Taten“, hieß es nach Angaben der Online-Ausgabe der halbamtlichen Zeitung „Al-Ahram“ in einer Erklärung.

Die Arabische Liga verurteilte am Sonntag die jüngsten Angriffe auf den Gazastreifen. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas forderte eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates wegen der israelischen Attacken.