Libyen

Gaddafi plant offenbar konkrete Flucht

Der Vormarsch libyscher Rebellen nach Tripolis scheint für Machthaber Mummar al-Gaddafi langsam zu einer ernstzunehmenden Gefahr zu werden. Nach eine Bericht des amerikanischen Senders NBC trägt er sich deshalb offenbar mit konkreten Fluchtgedanken.

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Gaddafi ruft zum Kampf gegen Nato auf

Video: Reuters
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Libyens Machthaber Mummar al-Gaddafi will nach Informationen des US-Fernsehsenders NBC offenbar bald flüchten. Da die Aufständischen immer mehr Erfolge für sich verbuchen können, plane der zunehmend isolierte Diktator offenbar, ins Exil nach Tunesien zu gehen, berichtete NBC am Mittwochabend (Ortszeit) unter Berufung auf ungenannte Beamte aus der US-Regierung. Offenbar denke Gaddafi, dass ihm das nordafrikanische Nachbarland eine sichere Zuflucht bieten werde. Der Sender unterstrich in seinem Bericht jedoch, dass die Informationen aus den Regierungskreisen noch vage seien.

Unterdessen flog die Nato in der Nacht zum Freitag abermals Luftangriffe auf die libysche Hauptstadt Tripolis. Unter anderem waren rings um die Residenz von Machthaber Gaddafi im Zentrum der Stadt mehrere Explosionen zu hören.

Auch aus dem Westen der Hauptstadt wurden von Bewohnern Luftangriffe berichtet. Die Nato hat in den vergangenen Tagen ihre Luftangriffe auf und rings um Tripolis verstärkt. Damit will sie offenbar den Vormarsch der Rebellen unterstützen, die nur noch etwa 40 Kilometer von der Hauptstadt entfernt sind.

Bei einem der Luftangriffe wurde nach Angaben eines libyschen Regierungsvertreters der Bruder von Regierungssprecher Mussa Ibrahim getötet. Der Sprecher von Gaddafi habe am Donnerstagabend in einem Restaurant vom Tod des 25-Jährigen erfahren und sei zusammengebrochen. Der Bruder wurde den Angaben zufolge bei einem Nato-Angriff auf Sawijah getötet. Die Aufständischen in Libyen hatten am Donnerstag erste Teile der Stadt rund 40 Kilometer westlich von Tripolis eingenommen.