Libyen-Konflikt

Gaddafis Militär geschwächt – Rebellen rücken vor

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Die Nato sieht Gaddafis Truppen nicht mehr in der Lage zu einer großen Offensive. Und die Rebellen greifen zwei strategisch wichtige Städte an.

Die Truppen von Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi sind nach Einschätzung der Nato nicht mehr zu einer großangelegten militärischen Offensive in der Lage. Die Stärke und die Kampfbereitschaft von Gaddafis Armee nehme immer weiter ab, sagte der Oberbefehlshaber für den Nato-Einsatz in Libyen, der kanadische General Charles Bouchard, der Nachrichtenagentur AFP.

Aus diesem Grund rekrutiere Gaddafi immer mehr Söldner aus anderen Staaten, die "rücksichtslos" gegen Zivilisten vorgingen. Der Vormarsch der Rebellen konzentriere sich derzeit auf drei Fronten: die östliche Stadt Brega, Misrata im Westen sowie die Gebirgsregion Dschebel Nefussa südöstlich der Hauptstadt Tripolis.

Bei ihrem Vormarsch auf die strategisch wichtige Hafenstadt Brega sind die Rebellen offenbar weiter vorangekommen. Wie ein Militärsprecher der Rebellen am Samstag sagte, eroberten die Rebellen ein weiteres Wohnviertel und eine Fabrik, in der sich Soldaten von Machthaber Muammar al-Gaddafi verschanzt hatten. Die Rebellen hatten den wichtigen Ölhafen im März kurzzeitig eingenommen.

Seit April steht die Stadt jedoch wieder unter der Kontrolle von Gaddafis Truppen. Die vollständige Rückeroberung von Brega wäre ein großer Erfolg für die Rebellen, da sie Zugriff auf Treibstoffreserven und Zugang zu einer Infrastruktur zum Ölexport erhalten würden.

Auch an einer anderen Front konnten die Rebellen wohl einen Erfolg verbuchen: Nach eigenen Angaben haben sie die Küstenstadt Sawija unter ihre Kontrolle gebracht. Rebellensprecher Dschumma Ibrahim sagte, die Regimegegner dominierten seit Samstagabend den Großteil der Stadt. Es gebe nur noch wenige Widerstandsnester der Truppen von Machthaber Gaddafi.

Damit würden die rebellen auch die Hauptstraße von der Hauptstadt Tripolis zur tunesischen Grenze kontrollieren, wie der Vorsitzende des Sicherheitsrats, Fadlallah Harun, erklärte. Die Straße führt durch Sawija. Regierungssprecher Ibrahim Mussa wies die Angaben allerdings zurück. „Tripolis ist sicher. Selbst wenn die bewaffneten Banden Fortschritte machen sollten, dann nur vorübergehend unter dem Schutz der Nato“, sagte Mussa im staatlichen Fernsehen.

( AFP/dapd/cc )

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