Israel

Attentäter erschießen Passagiere eines Busses

Im Süden Israels sind bei insgesamt drei Anschlägen in der Nähe der Grenze zu Ägypten mehrere Menschen getötet worden. Nach Angaben des Militärs handelte es sich um einen koordinierten Terroranschlag. Israelische Sicherheitskräfte erschossen die Attentäter.

Das Video konnte nicht gefunden werden.

Bewaffnete Täter haben TV-Berichten zufolge am Donnerstag auf israelische Fahrzeuge nahe der Grenze zu Ägypten geschossen und dabei mehrere Menschen getötet.

Video: Reuters
Beschreibung anzeigen

Bei Angriffen auf mehrere Fahrzeuge nahe dem Badeort Eilat am Roten Meer sind am Donnerstag nach Angaben der Rettungsdienste mindestens fünf Israelis getötet worden. Wie der israelische Militärrundfunk meldete, attackierten Bewaffnete die Fahrzeuge und lieferten sich anschließend Schusswechsel mit der Polizei. Verteidigungsminister Ehud Barak machte die Palästinenser für die Angriffe verantwortlich.

Ein Sprecher des israelischen Rettungsdienstes MDA sagte, vier Israelis seien in einem Privatfahrzeug nördlich von Eilat getötet worden, ein weiterer in der Nähe. In den ersten Informationen der israelischen Medien war von Angriffen auf zwei Bussen die Rede gewesen. Nach jüngsten Angaben der israelischen Behörden wurden ein Bus und ein Militärfahrzeug nahe der Grenze zu Ägypten und ein Privatwagen nahe der Grenze zu Jordanien angegriffen.

Bei den beiden Angriffen gab es nach Angaben der Rettungskräfte auch zahlreiche Verletzte. Die Polizei habe mit zwei Helikoptern die Verfolgung aufgenommen und die Angreifer schließlich gestellt, berichtete das Militärradio. Bei den anschließenden Schusswechseln zwischen den Bewaffneten und einer Sondereinheit der Polizei habe es weitere Tote gegeben. Das Fernsehen zeigte Bilder eines Busses in der Wüste mit zahlreichen Einschusslöchern.

Der israelische Verteidigungsminister Barak machte die Palästinenser für die Angriffe verantwortlich. „Der Ursprung des Terroranschlags ist Gaza, und wir werden dagegen mit all unserer Kraft und Entschlossenheit vorgehen“, erklärte Barak. Es handele sich um einen „ernsten, koordinierten Terrorangriff“, der von dem Kontrollverlust der ägyptischen Sicherheitskräfte über die Sinai-Halbinsel und der Ausbreitung des Terrorismus in dieser Region zeuge, erklärte der Minister weiter.

Die ägyptische Armee hat vor wenigen Tagen im Norden des Sinai einen großangelegten Militäreinsatz gegen militante Gruppen gestartet, die dort seit dem Sturz von Präsident Husni Mubarak Mitte Februar verstärkt aktiv sind.

Unterdessen hat die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas-Organisation den Vorwurf einer Beteiligung an den tödlichen Terroranschlägen im Süden Israels zurückgewiesen. „Ich glaube nicht, dass Hamas hinter den Angriffen steht“, sagte das führende Hamas-Mitglied Ahmed Jussef am Donnerstag in Gaza. „Aber wir preisen die Attentäter, denn sie haben israelische Soldaten angegriffen“, fügte Jussef hinzu. Israel greife den Gazastreifen „täglich“ an.

„Da es keinen Verhandlungsprozess gibt, ist die militärische Eskalation nur logisch“, sagte der stellvertrende Außenminister der selbst ernannten Hamas-Regierung. Die Hamas beherrscht den Gazastreifen seit Mitte Juni 2007. Israels Verteidigungsminister Ehud Barak hatte zuvor gesagt, die Drahtzieher für die Anschläge säßen im Gazastreifen. Israel werde mit voller Härte reagieren.

Nach früheren Anschlägen hatten israelische Kampfflugzeuge Angriffe auf Ziele in dem kleinen Palästinensergebiet am Mittelmeer geflogen. Viele Bewohner des Gazastreifens würden sich angesichts möglicher Luftangriffe noch einmal mit Benzin und Nahrungsmitteln eindecken, so ein Reporter.