Gefängnis statt Protest

120 Gaza-Aktivisten warten auf Abschiebung aus Israel

Die pro-palästinensischen Aktivisten wurden am Flughafen an der Einreise gehindert und sollen das Land umgehend verlassen. Bis zu ihrem Rückflug sitzen sie im Gefängnis.

Foto: REUTERS

Die israelischen Behörden haben mehr als 120 pro-palästinensische Aktivisten in Haft genommen, die im Zuge einer internationalen Solidaritätsaktion am Flughafen in Tel Aviv gelandet waren. Wie eine Sprecherin der Einwanderungsbehörde sagte, verweigerte die Polizei am Flughafen von Tel Aviv insgesamt 124 Menschen die Einreise und nahm sie fest. Sie sollen das Land umgehend wieder verlassen.

Die meisten der festgesetzten Aktivisten waren demnach Franzosen, weitere kamen aus den USA, Belgien, Bulgarien, Spanien und den Niederlanden. Sie wurden den Angaben zufolge in verschiedene israelische Gefängnisse gebracht, weil die Haftanstalt am Flughafen Ben Gurion bereits überfüllt war. Nach Angaben der Behördensprecherin sollen sie zurückgeschickt werden, sobald es Flugzeuge mit freien Plätzen gibt.

Ursprünglich wollten bis zu 600 Aktivisten über Israel in die Palästinensergebiete reisen. Die Aktion sollte an den 9. Juli 2004 erinnern, als der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag die im Westjordanland errichtete Sperranlage für illegal erklärt hatte. Die Aktion wurde unabhängig von der internationalen Gaza-Hilfsflotte organisiert, die in griechischen Häfen von den dortigen Behörden aufgehalten wird.