Libyen

Gaddafi will sich offenbar nach Südafrika absetzen

Nach Informationen einer arabischen Zeitung will sich der libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi offenbar nach Südafrika absetzen. Gaddafi sei krank und wolle das Land verlassen, um sich medizinisch versorgen zu lassen.

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Erstmals seit Beginn eines der größten Vorstöße der libyschen Aufständischen hat sich Machthaber Muammar Gaddafi zu Wort gemeldet.

Video: Reuters
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Neue Gerüchte um Gaddafi: Der von den Rebellen immer stärker bedrängte libysche Machthaber will sich angeblich nach Südafrika absetzen, berichtete die arabische Zeitung „Al-Sharq Al-Awsat“ am Mittwoch. Muammar al-Gaddafis Büroleiter, Baschir Salih, habe bei seinen jüngsten Gesprächen in Mauretanien, Mali und Tunesien erklärt, sein Chef sei krank und wolle das Land verlassen, um sich medizinisch behandeln zu lassen.

Nach Informationen der Zeitung soll Gaddafi den südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma gebeten haben, ihn und seine Familie aufzunehmen. Angeblich soll Gaddafi, um seine sichere Ausreise zu garantieren, auch Kontakt zu französischen und britischen Spitzenbeamten aufgenommen haben.

Die Rebellen sind in den vergangenen Tagen weiter auf die Hochburgen der Gaddafi-Anhänger in Tripolis und Sirte vorgerückt. Sie verzeichneten dabei jedoch zum Teil hohe Verluste in den eigenen Reihen. Die Medien der Aufständischen meldeten am Mittwoch, in der Stadt Al-Sawija, 50 Kilometer westlich von Tripolis, leisteten Gaddafis Truppen immer noch erbitterten Widerstand.

Unterdessen haben der Nationale Übergangsrat der libyschen Rebellen bekannt, er werde die Macht spätestens acht Monate nach dem Sturz von Machthaber Gaddafi abgeben. Da der Übergangsrat nicht gewählt sei, werde er Libyen nicht jahrelang regieren, sagte der Präsident des Gremiums, Mustafa Abdel Dschalil, am Dienstag vor Journalisten in der Rebellenhochburg Bengasi. Dort stellte er auch einen auf Drängen der internationalen Gemeinschaft ausgearbeiteten Zeitplan vor, nach dem die gesamte Übergangsphase maximal 20 Monate dauern soll.

Dem Plan zufolge sollten die Libyer nach dem Sturz Gaddafis eine Nationalversammlung wählen, die wiederum ein Komitee zur Ausarbeitung einer neuen Verfassung bestimmen solle, sagte Dschalil. Diese Verfassung werde dann dem Volk in einem Referendum zur Abstimmung vorgelegt. Der gesamte Prozess werde unter der Aufsicht der Vereinten Nationen stehen, versicherte Dschalil.

Der Nationale Übergangsrat war am 27. Februar während der ersten Tage des Aufstands ins Leben gerufen worden. Er steht seitdem unter dem Vorsitz von Dschalil, einem früheren Justizminister Gaddafis. Dem Rat gehören 40 Mitglieder an, die offiziell aufgrund ihrer Erfahrung und ihrer geographischen Herkunft ausgewählt wurden. Aus Sicherheitsgründen wurden bisher nur die Namen von 13 Mitgliedern, mehrheitlich Anwälte und Professoren, bekanntgegeben