9/11-Jahrestag

Obama warnt vor Attentätern wie Breivik

Für den zehnten Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 sieht US-Präsident Barack Obama die größte Gefahr nicht in Angriffen des Terrornetzwerkes al-Qaida, sondern in Aktionen eines "einsamem Wolfs" wie jüngst in Norwegen.

Foto: AFP

US-Präsident Barack Obama hält einen Anschlag eines Einzeltäters in den USA derzeit für wahrscheinlicher als eine koordinierte Aktion nach dem Vorbild der Anschläge vom 11. September 2001. In einem Interview des Senders CNN sagte Obama am Dienstag, die Behörden seien wachsam und überprüften mögliche Risiken. Es bestehe aber immer die Gefahr, dass ein „einsamer Wolf“ mit einer einzigen Waffe einen Anschlag verübe, wie das in Norwegen geschehen sei. In Norwegen hatte ein rechtsextremer Einzeltäter vor knapp vier Wochen einen Bombenanschlag im Regierungsviertel von Oslo verübt und anschließend auf der Insel Utöya das Feuer auf Teilnehmer eines Jugendlagers der regierenden Arbeiterpartei eröffnet. Dabei kamen insgesamt 77 Menschen ums Leben.

„Wir bleiben stets auf der Hut“, erst recht vor dem bevorstehenden zehnten Jahrestag der Anschläge von New York und Pennsylvania, erklärte der US-Präsident CNN-Moderator Wolf Blitzer in Peosta im US-Staat Iowa. Zugleich verwies er auf die Fortschritte, die in den vergangenen zehn Jahren erreicht worden seien: al-Qaida sei inzwischen eine viel schwächere Organisation als damals.

Bei den Terroranschlägen am 11. September 2001 starben in den USA fast 3000 Menschen, die allermeisten von ihnen in New York. Damals entführten 19 Mitglieder des Terrornetzwerks al-Qaida vier Verkehrsflugzeuge an der US-Ostküste, um das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington zu treffen.

Mit Blick auf die Schuldenkrise sprach sich Obama gegen eine Verfassungsänderung zum Erreichen eines ausgeglichenen Staatshaushalts aus. Dies halte er nur in absoluten Ausnahmesituationen wie etwa einem Krieg für denkbar, sagte Obama. Einnahmen und Ausgaben müssten in Einklang gebracht werden, das sei, was die Bürger wollten. Bereits moderate Änderungen am gegenwärtigen Zustand brächten Fortschritte. „Ideologische Starrheit verhindert, dass wir Fortschritte machen.“

Auf die Frage von Moderator Blitzer, wie es sein könne, dass in einem reichen Land wie den USA 46 Millionen Bürger auf Lebensmittelmarken angewiesen seien, erklärte der Präsident, dies sei nicht zuletzt der Rezession geschuldet. Gerade deshalb sei es wichtig, dass das Haushaltsdefizit nicht zulasten bedürftiger Menschen zurückgefahren werde. Die USA seien der Brotkorb der Welt, doch seien die Einkommen ungleich verteilt, und die Löhne und Gehälter seien zuletzt nicht mehr gestiegen. Deshalb müsse das Land in seine Menschen, in Innovation und in Infrastruktur investieren. Obama äußerte sich während einer dreitägigen Bustour durch den Mittleren Westen der USA.