Syrien

5000 Palästinenser fliehen aus Flüchtlingscamp

Die Gewalt in Syrien nimmt kein Ende. Die Armee setzt ihre Offensive in der Küstenstadt Latakia auch am dritten Tag fort, dabei wurde mindestens ein Mensch getötet. Die Türkei drohte Syrien unterdessen erneut mit Sanktionen.

Das Video konnte nicht gefunden werden.

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks sind wegen der Angriffe der syrischen Armee auf die Hafenstadt Latakia bis zu 10.000 Bewohner eines nahegelegenen Lagers geflohen. Die Türkei hat Syrien wegen der andauernden Militäroffensiven

Video: Reuters
Beschreibung anzeigen

Mehr als 5000 palästinensische Flüchtlinge sind angesichts der seit Tagen andauernde Offensive der syrischen Streitkräfte in der Küstenstadt Latakia aus einem Camp in der belagerten Stadt geflohen. Dort sei bei der Militäroperation am Montag abermals ein Mensch getötet worden, berichteten Menschenrechtsaktivisten. Ein weiteres Todesopfer habe es in einem Vorort der Protesthochburg Homs gegeben.

Die Türkei, die Sanktionen gegen Damaskus bisher nicht mitgetragen hat, drohte Syrien mit nicht näher bezeichneten Maßnahmen, sollte das Regime von Präsident Baschar Assad die blutige Unterdrückung der Protestbewegung nicht stoppen. Außenminister Ahmet Davutoglu sagte am Montag in Ankara, das Blutvergießen müsse „sofort und ohne Ausreden und Bedingungen“ aufhören. Davutoglu hatte in der vergangenen Woche in Damaskus den syrischen Präsidenten bereits aufgefordert, die Gewalt zu beenden.

Ungewissheit über Schicksal der Flüchtlinge

Die Lage in Latakia selbst bleibt unübersichtlich. Das Hilfswerk der Vereinten Nationen für die Palästinenser (UNRWA) forderte Zugang zu dem Flüchtlingslager in der Stadt. „In dem Camp waren 10.000 Flüchtlinge und wir müssen herausfinden, was mit ihnen passiert“, sagte UNRWA-Sprecher Chris Gunness. Wo die Palästinenser Zuflucht gesucht haben, war zunächst unklar.

Laut Aktivisten wurde in Latakia am Montag ein Mensch getötet, als Soldaten auf flüchtende Bewohner schossen. Seit Samstag kamen Schätzungen von Menschenrechtlern zufolge in Latakia fast 30 Menschen ums Leben, möglicherweise auch weit mehr. Auch in Hula rückten den Aktivisten zufolge am Montag Truppen mit Panzern ein. Ein Scharfschütze habe in dem Vorort von Homs einen älteren Mann erschossen.

Offensive seit Samstag

In Latakia dauerte die Offensive am Montag den dritten Tag in Folge an. Die koordinierte Operation markiert eine Eskalation der Gewalt gegen Zivilpersonen in Syrien, die seit fünf Monaten aus Protest gegen das Assad-Regime auf die Straße gehen.

Am Sonntag wurden zur Verstärkung der Bodentruppen in Latakia auch Kanonenboote eingesetzt, wie die Menschenrechtsaktivisten erklärten. Während die Boote Küstenbezirke unter Beschuss genommen hätten, seien Bodentruppen und Sicherheitskräfte mit Panzern in zahlreiche Stadtviertel Latakias eingerückt.

Die syrische Regierung bestritt den Einsatz von Kanonenbooten. Die staatliche Nachrichtenagentur SANA meldete, die Truppen würden „Bewaffnete mit Maschinengewehren, Handgranaten und Bomben verfolgen, die Anwohner des Stadtteils Al Ramel terrorisiert“ hätten. Ein Militärvertreter erklärte am Montag, die Berichte über Kanonenboote entbehrten jeder Grundlage. Die Boote patrouillierten die Küste routinemäßig, um Waffenschmuggel zu unterbinden, meldete SANA unter Berufung auf den Militärvertreter.

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos

Beschreibung anzeigen