Drohende Todesstrafe

Libyen verbietet Gebrauch von Satellitentelefonen

Für die Rebellen in Libyen wird es von nun an noch schwieriger mit der Außenwelt zu kommunizieren. Machthaber Gaddafi hat die Benutzung von nicht registrierten Satellitentelefonen verboten. Doch es gibt auch Erfolgsmeldungen.

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Die libysche Regierung hat ihren Bürgern die Nutzung nicht registrierter Satellitentelefone verboten. Bei unerlaubtem Besitz solcher Geräte drohe wegen Hochverrats die Todesstrafe, berichtete die libysche Nachrichtenagentur JANA am Freitag. Zuvor hatte die Regierung erklärt, dass jeder Nutzer unlizenzierter Satellitentelefone als ein Spion der Nato betrachtet werde.

Nach Ausbruch der gewaltsamen Unruhen im Land ließ das Regime von Machthaber Muammar al Gaddafi das Mobilfunknetz sperren. Seitdem greifen viele Libyer auf Satellitentelefone zurück.

Indes ist der trategisch wichtige Ölhafen Brega offenbar wieder in der Hand der libyschen Rebellen. Die Truppen von Machthaber Muammar al Gaddafi seien nach dreiwöchigen Kämpfen besiegt worden, sagte ein Sprecher der Rebellen am Donnerstag telefonisch. Brega sei befreit, erklärte Mohammed al Ridschali.

Die Aufständischen hatten Brega im März schon einmal kurzzeitig eingenommen, die Stadt wurde dann aber wieder von den Regierungstruppen zurückerobert. Wer die Kontrolle über den Hafen der 200 Kilometer südwestlich der Rebellenhochburg Bengasi gelegenen Stadt Brega hat, kontrolliert auch die wichtigsten Ölfelder des Landes. Einzelheiten zu den Kämpfen oder zur Zahl der Opfer nannte der Rebellensprecher nicht. Die Regierung in Tripolis äußerte sich zunächst nicht.

Auch an einer anderen Front konnten die Rebellen zuletzt Fortschritte im Kampf gegen Gaddafis Truppen vermelden. So stürmten am Donnerstag Hunderte Rebellen nach einem mehrstündigen Kampf die Kleinstadt Nasser City, die rund 25 Kilometer südlich der Küstenstadt Sawija liegt. Nasser City ist bislang der Ort, der der Hauptstadt Tripolis am nächsten liegt. Sawija liegt nur 50 Kilometer westlich von Tripolis.

Unterdessen bestätigte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy die weitere Beteiligung seines Landes am Libyen-Einsatz. Frankreich wird sich „bis zum Ende der Mission“ am internationalen Einsatz gegen den libyschen Machthaber Muammar al Gaddafi beteiligen. Entsprechend äußerte sich Sarkozy am Freitag vor Soldaten auf dem Flugzeugträger „Charles de Gaulle“, der seit Monaten vor der libyschen Küste im Einsatz war.

Das Schiff kehrt derzeit zu Wartungsarbeiten nach Toulon zurück. Der französische Militäreinsatz „wird konstant bleiben“, sagte Sarkozy. In der französischen Öffentlichkeit ist die Unterstützung für die kostspielige Operation unter UN-Mandat angesichts schleppender Fortschritte geschwunden.