Verteidigungsministerium

Estnischer Geiselnehmer begeht Selbstmord

Erst gab es eine Explosion, dann waren Schüsse zu hören. Ein bewaffneter Mann soll nach Medienberichten in das estnische Verteidigungsministerium in Tallinn eingedrungen sein und Geiseln genommen haben. Jetzt soll er sich selbst erschossen haben.

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Der Schütze, der am Donnerstag im Verteidigungsministerium Estlands Geiseln genommen haben soll, ist offenbar tot. Der Mann habe sich während des durch ihn ausgelösten Polizeieinsatzes selbst erschossen, zitierte die die Nachrichtenagentur Delfi einen Polizeisprecher am Donnerstag. Nach Medienberichten hatte der Mann eine Explosion ausgelöst und zwei Geiseln genommen, die aber entkamen. Es habe keine Opfer gegeben. Der Hintergrund der Tat war zunächst unklar.

Augenzeugen hatten zuvor von Schüssen und einer Explosion berichtet. Ministeriumssprecher Peeter Kuimet erklärte, es habe im Inneren des Gebäudes in der Hauptstadt Tallinn „einen Zwischenfall mit Schusswaffen“ gegeben. Alle Mitarbeiter hätten das Ministerium verlassen, sagte Regierungssprecher Martin Jasko. Demnach wurde die Gegend von der Polizei abgeriegelt.

Die Tageszeitung „Postimees“ berichtete auf ihrer Website, der Schütze habe möglicherweise eine Geisel genommen. In einem Abstand von ungefähr 20 Minuten seien Schüsse gefallen, berichtete ein Reporter des Nachrichtenportals „Delfi“ vom Ort des Geschehens.

Zwei Menschen seien aus einem Fenster gesprungen und nach einem weiteren Schuss davon gerannt. Augenzeugen berichteten von drei Schüssen, meldete die Agentur Interfax am Donnerstag unter Berufung auf estnische Medien.

Eine Polizeisprecherin sagte dem baltischen Nachrichtendienst BNS, es gebe keine Informationen über mögliche Opfer. Die Berichte über ein Geiseldrama im Ministerium wollte sie weder bestätigen noch dementieren. Das Ministerium wurde evakuiert und eine Sicherheitszone wurde um das Gebäude errichtet.

Verteidigungsminister Mart Laar befand sich zum Zeitpunkt der Schüsse nicht in dem Gebäude, wie der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des Ministeriums, Hannes Kont, sagte.