Chamis Gaddafi

Libysches Fernsehen zeigt totgesagten Gaddafi-Sohn

Totgesagte leben länger. Das libysche Staatsfernsehen hat am Mittwoch Bilder eines Sohns von Machthaber Muammar el Gaddafi gezeigt. Eigentlich nichts Besonderes, hätten die Rebellen nicht erklärt, dass Chamis Gaddafi bei einem Nato-Luftangriff in der Küstenstadt Sliten getötet worden sei.

Foto: dpa / dpa/DPA

Das libysche Staatsfernsehen hat am Mittwoch Bilder eines totgesagten Sohns von Machthaber Muammar el Gaddafi gezeigt. Auf den Aufnahmen war der 28-jährige Offizier Chamis Gaddafi zu sehen, wie er ein Krankenhaus besuchte, wo „Opfer von Nato-Angriffen“ behandelt werden. Nach Angaben des Fernsehens stammten die Aufnahmen von Dienstag. Die Rebellen hatten am Freitag erklärt, von Spionen erfahren zu haben, dass Chamis Gaddafi bei einem Nato-Luftangriff in der Küstenstadt Sliten getötet worden sei.

Die Regierung hatte die Angaben umgehend als „dreckige Lügen“ zurückgewiesen. Der 28-jährige Chamis ist der jüngste der sieben Söhne Gaddafis. Der an einer russischen Militärakademie ausgebildete Offizier gilt als Hardliner. Er führt die nach ihm benannte Chamis-Brigade, die als die schlagkräftigste Kampftruppe des Landes gilt. Er leitete zunächst die Belagerung der von den Rebellen kontrollierten Hafenstadt Misrata, bevor sich die Regierungstruppen nach Sliten zurückziehen mussten.