Spionage-Fall

US-Bürger nimmt in kubanischer Haft 40 Kilo ab

Kuba hat die 15-jährige Haftstrafe gegen Alan Gross trotz Kritik der US-Regierung bestätigt. Der wegen Spionage verurteilte 62-Jährige soll in der Haft sehr leiden.

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Die kubanische Justiz hat die Haftstrafe in Höhe von 15 Jahren für den wegen angeblicher Spionage verurteilten US-Bürger Alan Gross bestätigt. Der Oberste Gerichtshof des Landes wies einer auf der Internetseite Cubadebate.cu veröffentlichten Erklärung zufolge einen Einspruch des 62-Jährigen zurück und sprach ein „letztes Urteil“ zu diesem Fall.

Gross war 2009 wegen angeblicher Spionagetätigkeit festgenommen und im März wegen „Gefährdung der Unabhängigkeit und Sicherheit“ Kubas zu der 15-jährigen Haftstrafe verurteilt worden.

Washington kritisierte die Bestätigung des Urteils scharf und forderte die „sofortige und bedingungslose Freilassung“ Gross'. Er müsse sofort zu seiner Familie gelassen werden, hieß es in einer Erklärung des Weißen Hauses. Nach Angaben seiner Frau Judy verlor der 62-Jährige in Haft bereits 40 Kilogramm Gewicht und leidet an Arthritis.

Der Amerikaner war Mitarbeiter einer Firma, die für die Behörde der Vereinigten Staaten für internationale Entwicklung arbeitet. Er war festgenommen worden, als er Handys und Computer verteilte. Die Geräte waren nach US-Angaben für die Kommunikation von Juden in Kuba mit Glaubensgenossen in anderen Ländern bestimmt.

Die kubanische Führung warf Gross hingegen vor, er habe Oppositionsgruppen bei der Spionage für die USA unterstützen wollen. Im Rahmen seines Berufungsprozesses hatte Gross nach Angaben seines Anwalts im Juli erneut erklärt, er habe die kubanische Regierung und das Volk nicht verletzen wollen.