EU-Einsatz

Schleuser beschießen deutsche Grenzpolizisten

Zwischenfall an der griechisch-türkischen Grenze: Bei einem EU-Einsatz sind deutsche Polizisten von einer Schleuserbande beschossen worden, wie Morgenpost Online erfuhr.

Foto: picture alliance / dpa / picture alliance / dpa/epa

Zwei Bundespolizisten sind im Rahmen eines Einsatzes der EU-Grenzschutzbehörde Frontex an der griechisch-türkischen Grenze von Mitgliedern einer Schleuserbande beschossen worden. Das erfuhr Morgenpost Online auf Nachfrage beim Bundesinnenministerium.

Die deutschen Beamten wurden mit Langwaffen beschossen. Sie wurden aber nicht getroffen und blieben unverletzt. Nach dem Zwischenfall seien sie psychologisch betreut worden, teilte das Innenministerium mit.

Die Grenzschützer hatten griechischen Angaben zufolge bereits in der Nacht bemerkt, dass sich auf der türkischen Seite des Flusses viele Migranten sammelten. Drei griechische und zwei deutsche Beamte seien daraufhin auf einer Flussinsel bei der Ortschaft Tychero in Stellung gegangen, um den Grenzübertritt nach Griechenland zu verhindern. Als die Schleuser und die illegalen Einwanderer sie bemerkten, hätten sie sich zunächst versteckt.

Vormittag hätten die Schleuser versucht, sich der Insel mit einem Schlauchboot zu nähern. Als sie die Beamten sahen, hätten sie aus rund 100 Meter Entfernung mit Jagdgewehren das Feuer auf sie eröffnet. Die Beamten hätten sich rechtzeitig in Deckung begeben können und das Feuer nicht erwidert. Die griechischen Behörden alarmierten die türkische Armee, die insgesamt 97 Menschen festnahm.

Seit Beginn des Frontex-Einsatzes an der griechisch-türkischen Grenze im Herbst 2010 ist der Flüchtlingsstrom aus der Türkei nach Griechenland nach offiziellen Angaben erheblich eingedämmt worden. Dennoch versuchen Schleuserbanden immer wieder, Migranten in das EU-Land Griechenland zu bringen.

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