Überstellung nach Paris

Panamas Ex-Machthaber Noriega ausgeliefert

Seit 1992 saß der frühere starke Mann von Panama, Manuel Noriega, in den USA im Gefängnis. Jetzt erwartet ihn eine weitere Haftstrafe: Noriega wurde nach Frankreich ausgeliefert, wo er bereits wegen Geldwäsche verurteilt wurde. Er wird sich dort außerdem einem neuen Verfahren stellen müssen.

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Der frühere Machthaber von Panama, Manuel Noriega, ist von den USA nach Frankreich ausgeliefert worden. Er muss sich für verschiedene Geldwäschedelikte verantworten.

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Die USA haben Panamas Ex-Machthaber Manuel Noriega an Frankreich ausgeliefert. Der 74-Jährige wurde an Bord einer Air France-Passagiermaschine von Miami nach Paris geflogen. Die französische Justiz will Noriega wegen Geldwäsche erneut den Prozess machen.

US-Außenministerin Hillary Clinton hatte am Montag die Anordnung zur Auslieferung unterzeichnet, wie ein Regierungsvertreter in Washington sagte. Die Fernsehsender CNN und CBS zeigten, wie Noriega am Nachmittag in Miami im Bundesstaat Florida in ein Flugzeug gesetzt wurde. In Paris sollte ihm von der Staatsanwaltschaft der Haftbefehl eröffnet werden, wie ein Sprecher des Justizministeriums in Paris sagte.

Noriegas Anwalt zeigte sich überrascht von der Auslieferung. Er sei weder vom Außen- noch vom Justizministerium der USA informiert worden, sagte Franck Rubino. Paris sei vor zwei Wochen von den US-Behörden über die bevorstehende Auslieferung informiert worden, sagte der Sprecher des Justizministeriums. Das Außenministerium wollte keine Stellungnahme abgeben.

Der Ex-Machthaber Panamas war 1999 in Frankreich in mehreren Anklagepunkten wegen Geldwäsche in Abwesenheit zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Die französische Justiz will zudem ein neues Verfahren gegen Noriega eröffnen. Sie beschuldigt ihn, in den 80er-Jahren rund 3,15 Millionen Dollar (2,3 Millionen Euro) aus Drogengeschäften auf Konten französischer Banken gewaschen zu haben.

Noriega hatte in den USA eine langjährige Haftstrafe wegen Drogendelikten verbüßt und blieb danach wegen des juristischen Streits um seine Auslieferung in US-Gewahrsam. Er war 1992 zu 40 Jahren Haft verurteilt worden, die wegen guter Führung schließlich auf 17 Jahre reduziert wurden. Ende März war er mit einem Einspruch gegen seine Auslieferung vor dem Obersten Gericht der USA gescheitert.

Auf Noriega wartet auch in seiner Heimat eine 20-jährige Haftstrafe wegen der Beteiligung an der Ermordung politischer Gegner. Allerdings würde er die Strafe aufgrund seines hohen Alters als Hausarrest antreten.

Noriega war von 1971 bis 1983 Chef des militärischen Geheimdienstes Panamas und regierte das mittelamerikanische Land von 1983 bis 1989. Unterstützung erhielt er von den USA. Da er aber nach Einschätzung der US-Geheimdienste zunehmend mit den Drogenkartellen zusammenarbeitete, marschierten US-Truppen Ende 1989 in Panama ein und nahmen Noriega gefangen.