Grenzstreit

Nato will Truppen im Kosovo aufstocken

Nach den jüngsten Auseinandersetzungen zwischen Serben und Albanern im Kosovo will die Nato die Kfor-Truppen vor Ort verstärken. Dazu soll ein Bataillon deutscher und österreichischer Soldaten entsandt werden.

Die Nato wird nach den jüngsten gewaltsamen Auseinandersetzungen ihre Truppenpräsenz im Kosovo verstärken. Ein Bataillon deutscher und österreichischer Soldaten werde demnächst ins Kosovo geschickt, erklärten Nato-Diplomaten in Brüssel und Pristina am Dienstag.

Eine Nato-Sprecherin sagte, die dort schon stationierten rund 6000 Soldaten sollten dadurch unterstützt werden. „Die Lage hat sich nicht verschlechtert, aber die Kfor-Truppen waren sehr aktiv, und der Kommandeur ist der Ansicht, sie müssen entlastet werden“, ergänzte die Sprecherin.

Die Verstärkung für die Kfor-Truppen werde in den kommenden Tagen auf den Weg gebracht, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin. Die meisten Deutschen würden vom Raketenartillerie-Bataillon im thüringischen Sondershausen gestellt. Der deutsche Kfor-Kommandeur Erhard Bühler habe die Verstärkung beantragt, sagte der Sprecher weiter.

Zwischen Serben und Albanern im Kosovo war in der vergangenen Woche ein Konflikt an der Grenze zu Serbien aufgeflammt. Das Kosovo hatte ein Importverbot für Waren aus Serbien erlassen und damit auf eine entsprechende schon lang bestehende Blockade für Güter aus dem Kosovo durch Serbien reagiert.

Der Streit war eskaliert, als ethnisch-serbische Sicherheitskräfte des Kosovo das Verbot nicht umsetzen wollten und von albanischen Spezialkräften der Polizei abgelöst wurden. Ein albanischer Polizist wurde bei der Auseinandersetzung erschossen.

Die Nato sorgt seit der einseitigen Ablösung des Kosovo von Serbien 2008 in dem jungen Staat für Sicherheit. Deutschland stellt das größte Truppenkontingent mit rund 1100 Soldaten. Die Mandatsobergrenze liegt bei 1850. Die Bundeswehr soll nun 550 weitere Soldaten schicken, die übrigen 150 kommen aus Österreich. Das Land ist zwar nicht Mitglied der Nato, beteiligt sich aber dennoch an dem Einsatz.