+++ Live-Ticker Norwegen +++

Geheimdienst wurde auf Attentäter aufmerksam

Wegen eines Chemikalienkaufs wurde der Geheimdienst PST im Frühjahr auf Anders Behring Breivik aufmerksam. Der Oslo-Attentäter gestand vor einem Richter zwar die Anschläge, bekannte sich aber für nicht schuldig.

18.46 Uhr: Geheimdienst wurde im März auf Breivik aufmerksam

Norwegens Geheimdienst PST ist bereits im März auf den Attentäter Anders Behring Breivik wegen eines Chemikalienkaufs aufmerksam geworden. Das bestätigt Geheimdienstchefin Janne Kristiansen. Dies habe aber nicht für eine Überwachung ausgereicht.

18.22 Uhr: "Blumenzüge" in norwegischen Städten

Hunderttausende Norweger versammeln sich in Oslo und anderen Städten im Gedenken an die 76 Opfer der Anschläge zu „Blumenzügen“. In der Hauptstadt füllt die Menschenmenge weite Teile der Innenstadt am Rathaus.

17:35 Uhr: Attentäter wird rechtspsychiatrisch untersucht

Polizeiankläger Christian Hatlo kündigt an: Anders Behring Breivik wird rechtspsychiatrisch auf seine Zurechnungsfähigkeit untersucht. Breivik habe bei dem Hafttermin „einen ruhigen und unberührten Eindruck“ gemacht.

17:10 Uhr: Bevölkerung soll Innenstadt wieder normal nutzen

Die Polizei fordert die Bevölkerung auf, die nach dem Bombenanschlag zeitweise gesperrte Osloer Innenstadt wieder normal zu nutzen. Man werde aber noch lange brauchen, um die stark beschädigten Gebäude des Regierungsviertels genau zu untersuchen. Es gebe „keine Garantien für hundertprozentige Sicherheit“, aber man müsse auch Vertrauen in die Zukunft zeigen.

17.06 Uhr: Weniger Tote bei Anschlägen in Norwegen

Nach Polizeiangaben sind bei den Anschlägen in Norwegen insgesamt 76 Menschen ums Leben gekommen – 8 bei dem Bombenanschlag in Oslo und 68 auf der Insel. Das teilte ein Polizeisprecher in Oslo mit. Die Zahl war bisher mit 93 angegeben.

17.03 Uhr: "Sehr schwierige Ermittlungslage"

Ein Polizeisprecher begründet den großen Unterschied bei den Todeszahlen mit der „sehr schwierigen Ermittlungslage“ nach der Bombenexplosion in Oslo und dem Massaker auf der Insel Utøya. Das gelte vor allem für die Suche nach Toten, Vermissten und Überlebenden auf der kleinen Insel und im Tyrifjord.

16.36 Uhr: Körting warnt vor überhasteter Reaktion

Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) warnt vor überhasteten staatlichen Reaktionen. „Ich halte nichts davon, aus der schrecklichen Tat in Norwegen jetzt Schnellschüsse herzuleiten“, sagt Körting. Wie immer kämen nach schrecklichen Ereignissen die Leute mit Patentrezepten.

15.51 "Zwei weitere Zellen in unserer Organisation"

Breivik soll vor dem Haftrichter von „zwei weiteren Zellen in unserer Organisation“ gesprochen haben. Weitere Einzelheiten aus der nichtöffentlichen Verhandlung werden nicht mitgeteilt.

15.47 Uhr: Acht Wochen Untersuchungshaft

Der geständige Attentäter von Oslo muss für acht Wochen in Untersuchungshaft. Das entschied ein Osloer Gericht nach dem Haftprüfungstermin am Montag. Es ordnete zudem Einzelhaft an. Der 32-jährige Beschuldigte dürfe weder Zeitungen noch Briefe erhalten und auch keine Besucher empfangen, erklärte der Richter des Osloer Gerichtes. Der Mann habe den Bombenanschlag und die Schüsse auf Jugendliche zugegeben. Für schuldig habe er sich jedoch nicht erklärt.

15.39 Uhr: "Nicht schuldig"

Anders Behring Breivik hat sich nach dem Doppelanschlag in Norwegen nicht schuldig bekannt. Nach dem Haftprüfungstermin erklärte die Richterin, der 32-Jährige habe angegeben, Europa retten zu wollen. Zudem habe Breivik gesagt, dass die Arbeiterpartei in Norwegen versagt habe. Er habe nur ein starkes Signal senden, nicht aber so viele Menschen wie möglich töten wollen.

14:48 Uhr: Breiviks erste Anhörung nach einer halben Stunde vorbei

Der erste Haftprüfungstermin von Anders Behring Breivik ist nach etwa einer halben Stunde beendet worden. Etwa 35 Minuten, nachdem die Anhörung unter Ausschluss der Öffentlichkeit begann, kam eine Wache aus dem Gerichtsgebäude und sagte den wartenden Reportern, die Anhörung sei vorbei und „alle gegangen“.

14.19 Uhr: Polnische Polizei prüft Verbindungen nach Norwegen

Die polnische Polizei prüft eine mögliche Verbindung des Attentäter in Norwegen nach Polen. Ein Mann sei vernommen worden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Wroclaw am Montag. Es gebe aber keine Festnahme oder Anklage. Die Polizei habe zudem eine Lagerhalle des Mannes in Wroclaw im Südwesten des Landes durchsucht. Hintergrund sei ein Ersuchen um Amtshilfe seitens der norwegischen Polizei. Aus ermittlungstechnischen Gründen könnten aber keine Details genannt werden.

Das staatliche Fernsehen berichtete, die Polizei befrage den Besitzer eines Internet-Versandhauses für Chemikalien. Der polnische Geheimdienst erklärte, derzeit gebe es nur Hinweise darauf, dass der norwegische Attentäter geschäftliche Kontakte zu dem polnischen Unternehmer gehabt habe.

14.11 Uhr: Attentäter wird als "Mörder" und "Verräter" beschimpft

Der Attentäter ist zu einer ersten richterlichen Anhörung in einem Gericht in Oslo eingetroffen. Der staatlichen Nachrichtenagentur NTB zufolge wurde Anders Behring Breivik durch den Keller in das Gerichtsgebäude gefahren und anschließend in den Gerichtssaal gebracht. Ein Sicherheitsbeamter bestätigte die Angaben. Zahlreiche Schaulustige vor dem Gericht riefen „Verräter“ und „Mörder“ als das Auto vorfuhr. Jugendliche traten gegen den schwarzen Jeep.

12.43 Uhr: Anhörung des Attentäters hinter verschlossenen Türen

Der Haftprüfungstermin von Anders Behring Breivik findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Ein Richter ist der Forderung der Staatsanwaltschaft nachgekommen. Eine Gerichtssprecherin begründete den Ausschluss der zahlreich erschienenen Medienverterter mit Sicherheitsproblemen und Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen.

12.33 Uhr: Deutsche Politiker seien "selbstmörderische Humanisten"

In seinem Manifest hetzt der mutmaßliche Attentäter gegen alle im Bundestag vertretenen Parteien. Sie seien „Kulturmarxisten“ und „selbstmörderische Humanisten“, die den „Multikulturalismus“ unterstützen. Deutschland wird darin als ein Land bezeichnet, in dem es keine „kultur-konservative, Antiislamisierungspartei von Bedeutung“ gebe.

12.23 Uhr: Verfassungsschutz prüft Kontakte von Norwegen-Attentäter

Deutsche Verfassungsschutzbehörden prüfen mögliche Kontakte des Attentäters von Norwegen in die deutsche rechtsextreme Szene. Das sei nach derartigen Anschlägen „selbstverständlich“, erklärt ein Sprecher des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV). Es lägen aber keinerlei Hinweise darauf vor, dass der mutmaßliche Täter Anders Behring Breivik Verbindungen nach Deutschland unterhalten habe.

12.10 Uhr: Proteste gegen Rechtspopulisten vor Botschaft

Eine Solidaritätskundgebung der rechtspopulistischen „Bürgerbewegung pro Deutschland“ löst Proteste vor der norwegischen Botschaft aus. Es werde Wahlkampf auf Kosten der Opfer der Anschläge von Oslo gemacht, sagt der Sprecher des Bündnisses „Rechtspopulismus stoppen“, Dirk Stegemann. Die Polizei spricht von etwa 15 Teilnehmern bei der angemeldeten Mahnwache – und ebenso vielen Gegendemonstranten.

12.05 Uhr: Anleitungen zum Bombenbau aus dem Internet

Experten sind sich sicher: Die im Internet verbreitete Datei „Compendium 2083“ beinhaltet die Chronologie zum Bombenbau der im Attentat auf das Osloer Regierungsviertel verwendeten Autobombe. Videoanleitungen aus dem Internet vermittelten danach dem Attentäter alle erforderlichen Kenntnisse zur Synthese der verwendeten Sprengstoffe.

12.00 Uhr: Norwegen steht eine Minute still

Norwegen gedenkt mit einer Schweigeminute der fast hundert Toten bei den beiden Terroranschlägen vom Freitag. Überall in dem skandinavischen Land haben die knapp fünf Millionen Bürger die Arbeit ruhen lassen. Alle Eisenbahnzüge wurden zum Halten gebracht, in der Hauptstadt Oslo ruhte auch der Straßenverkehr. König Harald V. und Ministerpräsident Jens Stoltenberg leiteten das stille Gedenken in der Aula der Osloer Universität ein. Sie trugen sich als Erste in ein Kondolenzbuch für die überwiegend jugendlichen Opfer des Attentäters ein.

11.29 Uhr: Attentäter mit Verbindung zu britischen Ultra-Rechten

Der Attentäter von Oslo soll britischen Medienberichten zufolge mit einer ultra-rechten Gruppierung in Großbritannien kooperiert haben. Laut „Daily Telegraph“ nennt Anders Behring Breivik (32) in seiner im Internet verbreiteten Hassschrift Verbindungen nach England. In dem 1500 Seiten langen Papier, das die norwegische Polizei gefunden hatte, beschreibt der Täter die Planung der Anschläge von Oslo akribisch. Breivik will sich demnach bereits im Jahr 2002 einer Gruppe britischer Rechtsextremisten angeschlossen haben. Den Name der Gruppe, deren Mitglied er sein wollte, nannte er nicht. Nach Angaben der „Times“ hat Scotland Yard einen Verbindungsbeamten nach Norwegen geschickt.

11.19 Uhr: Herrmann fordert aufmerksamere Beobachtung

Als Lehre aus dem Massaker in Norwegen hält Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) eine stärkere Beobachtung des Internets für nötig. „Man muss nicht jeden wirren Eintrag gleich für ein Attentat halten“, sagt Herrmann im Deutschlandfunk: „Aber wir müssen manche Leute, die wirklich böse Drohungen ausstoßen, auch vielleicht noch ernster nehmen, als wir das bisher getan haben.“

10.16 Uhr: Breivik will großen öffnetlichen Auftritt in Uniform

Eine erste Anhörung des Attentäter Anders Behring Breivik soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft noch heute stattfinden - hinter verschlossenen Türen. Breivik will dagegen den ganz großen Auftritt. Er hat gefordert, die Öffentlichkeit zuzulassen. Sein Anwalt Geir Lippestad sagte dem Sender NRK, Breivik wolle in Uniform erscheinen. Welcher Art die Uniform sei, wisse er nicht, sagte Lippestad.

10.52 Uhr: Vater von mutmaßlichem Attentäter taucht vor Medien ab

Der in Frankreich lebende Vater von Anders Behring Breivik ist vor den Medien abgetaucht: Ihr Mann sei am Morgen vor dem Ansturm der Fotografen und Reporter nach Spanien geflohen, berichtet die Ehefrau von Jens Breivik – offenbar um die vor dem Haus lauernden Journalisten loszuwerden. „Wir haben eine schreckliche Nacht verbracht.“

9.59 Uhr: Französische Polizei dursucht Haus des Vaters

Die französische Polizei durchsucht das Haus des Vaters von Anders Behring Breivik in Südfrankreich. Etwa ein Dutzend Beamte sind vor Ort im Einsatz. Das Haus in Cournanel wurde abgesperrt, Medienvertretern der Zugang zum Gelände verwehrt.

Die französischen Behörden bestätigten, dass es sich bei dem Haus um das des Vaters des mutmaßlichen Attentäters von Norwegen handelte. Medienberichten zufolge hatte dieser seit Jahren keinen Kontakt mehr zu seinem Sohn.

9.44 Uhr: Sicherungsverwahrung für Breivik möglich

In der Hauptverhandlung kann gegen Breivik laut norwegischem Gesetz keine lebenslange Haftstrafe ausgesprochen werden. "Egal wie viele Menschen er umgebracht hat, er kann maximal zu 21 Jahren Haft verurteilt werden", wird der Strafrechtsprofessor der Universität Oslo, Staale Eskeland auf der Online-Präsenz der Tagesschau zitiert.

Allerdings könne nach Verbüßung der Haftstrafe alle fünf Jahre eine Art Sicherungsverwahrung angeordnet werden, wenn WIederholungsgefahr besteht. "Theoretisch kann der Täter den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen", so Eskeland.

Momentan arbeitet das Parlament an einer Erhöhung der Haftstrafe für Terroristen auf maximal 30 Jahre, da das Gesetz aber noch nicht in Kraft ist, kann es auf den Täter von Oslo und Utoya nicht angewandt werden.

8.44 Uhr: Acht Wochen Untersuchungshaft

Die Staatsanwaltschaft will für den mutmaßlichen Attentäter von Norwegen ausnahmsweise acht Wochen Untersuchungshaft fordern – und damit doppelt so viel wie üblich. Nach Angaben des Gerichts in Oslo, wo Anders Behring Breivik am Montagmittag (13.00 Uhr MESZ) einem Haftrichter vorgeführt werden soll, will der zuständige Staatsanwalt bei der ersten Anhörung zudem beantragen, dass diese unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet.

8.41 Uhr: Stiefbruder der Kronprinzessin getötet

Der Königshof erklärt: Der Stiefbruder der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit ist unter den Todesopfern des Überfalls auf die Insel Utoya. Der 51-jährige Polizist Trond Berntsen wurde erschossen, als er seinen zehnjährigen Sohn schützen wollte. Berntsens Vater war mit der Mutter Mette-Marits, Marit Tjessem, verheiratet.

7.19 Uhr: Auch ehemalige Ministerpräsidentin Ziel des Anschlags

Die Osloer Zeitung "Aftenposten" berichtet, dass Anders Behring Breivik bei dem Massaker auf Utoya auch die frühere Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland ermorden wollte. Das habe der 32-Jährige bei Verhören angegeben.

Brundtland (72) ist die international bekannteste sozialdemokratische Politikerin aus Norwegen. Sie war nach mehreren Amtszeiten als Ministerpräsidentin bis 2003 Generalsekretärin der Weltgesundheitsorganisation WHO. Brundtland trat am frühen Freitagnachmittag beim sozialdemokratischen Jugendlager auf der Insel Utoya auf, bei dem Breivik wenig später mindestens 86 Jugendliche tötete.

6.35 Uhr: Vorratsdatenspeicherung wieder einführen

Der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Hans-Peter Uhl fordert die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung. „Im Vorfeld muss die Überwachung von Internetverkehr und Telefongesprächen möglich sein. Nur wenn die Ermittler die Kommunikation bei der Planung von Anschlägen verfolgen können, können sie solche Taten vereiteln und Menschen schützen“, sagt Uhl (CSU) der „Passauer Neuen Presse".

5.09 Uhr: "Der beste Schutz gegen solche Täter"

Der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Olaf Scholz ruft zur Stärkung demokratischer Werte auf. „Es geht darum, gemeinsam für die Überzeugungen unserer demokratischen Gesellschaft zu werben“, sagt er dem „Hamburger Abendblatt“. „Demokratische Werte sind nicht von alleine da. Man muss sich um sie bemühen. Das ist der beste Schutz gegen solche Täter.“