Falsche Todesmeldung

Hacker knacken Telefone und Websites der Taliban

Journalisten erhielten die Nachricht, der Taliban-Führer Mullah Omar sei tot. Doch die Taliban dementieren: Hacker hätten eine Falschmeldung verschickt.

Taliban-Führer Mullah Omar ist nach Angaben aus Afghanistan entgegen anderslautenden Berichten am Leben. Afghanische Taliban dementierten Meldungen über Omars Tod. Journalisten hatten Textnachrichten erhalten, in denen der Tod des „Kommandeurs der gläubigen Muslime“ bekannt gegeben worden war. Dieser Titel ist dem Führer der Taliban vorbehalten. Auch auf einschlägigen Internetseiten waren Berichte über den Tod des Taliban-Führers veröffentlicht worden.

Bei den entsprechenden Meldungen handele es sich um Fälschungen, teilte Talibansprecher Sabiullah Mudschahid mit. Jemand habe sich illegal Zugang zu den Telefonen und Internetseiten der Taliban verschafft. Mullah Omar „überwacht Einsätze im Land“, sagte er. Für den mutmaßlichen Hackerangriff machte er die US-Geheimdienste verantwortlich, die versuchten, „die Taliban zu demoralisieren“.

Vertreter der Nato und der afghanischen Streitkräfte konnten den Tod Mullah Omars nicht bestätigen. Auch ein zweiter Taliban-Sprecher, Kari Jusef Ahmadi, dementiertedie Berichte. „Diese Agenten hatten in Afghanistan keinen Erfolg, und nun versuchen sie mit dieser Taktik, die Moral der Gotteskrieger zu schwächen“, sagte Ahmadi.

Angriffe der Taliban haben zugenommen

Mullah Omar führt den seit zehn Jahren anhaltenden Aufstand der Taliban gegen die von den USA geführte Intervention in Afghanistan und die Regierung von Präsident Hamid Karsai an. Vor der Invasion am 7. Oktober 2001 beherrschte er als Oberhaupt der Taliban-Regierung fast ganz Afghanistan.

Vor allem in den Gegenden, in denen derzeit die Verantwortung für die Sicherheit von den internationalen Truppen an afghanische Einheiten übertragen wird, haben die Angriffe der Taliban jüngst zugenommen.

Bis Ende 2014 sollen die afghanischen Behörden im ganzen Land federführend für die Sicherheit sorgen und die ausländischen Soldaten abgezogen sein oder sich auf eine unterstützende Rolle beschränken.

In Masar-i-Scharif zündete am Mittwoch ein Selbstmordattentäter eine Bombe. Dabei kamen Polizeiangaben zufolge vier Zivilpersonen, ums Leben, darunter ein Kind. Zehn Personen wurden demnach verletzt.

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