Seeräuber-Bericht

Piraten-Überfälle werden immer brutaler

Früher waren es Messer, heute sind es Raketenwerfer: Piraten gehen immer professioneller vor. Seit Jahresbeginn nahmen sie fast 500 Geiseln.

Foto: picture-alliance/ dpa / picture-alliance/ dpa/EPA

Die Zahl der Piraten-Überfälle auf hoher See nimmt immer weiter zu. Wie aus einem des Internationalen Schifffahrtsbüros (IMB) veröffentlichten Bericht hervorgeht, gab es von Januar bis Juni weltweit 266 Piratenangriffe. Im ersten Halbjahr 2010 waren es demnach nur 196 gewesen.

Allein somalische Piraten verübten im ersten Halbjahr dieses Jahres 163 Überfälle, verglichen mit 100 im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres. Allerdings waren laut dem Bericht in den ersten sechs Monaten 2011 nur 21 dieser Überfälle erfolgreich. Im ersten Halbjahr 2010 hatten somalische Piraten noch 27 Schiffe gekapert. Das IMB führt den Rückgang auf die gestiegene Militärpräsenz im Golf von Aden zurück.

Seit Jahresbeginn 495 Geiseln

Weltweit nahmen Seeräuber dem Bericht zufolge seit Jahresbeginn 495 Besatzungsmitglieder als Geiseln, mehrheitlich vor der somalischen Küste. Sieben Seeleute wurden getötet und 39 weitere verletzt. Ende Juni hatten die Piraten laut IMB noch 420 Besatzungsmitglieder auf 20 Schiffen in ihrer Gewalt.

Die Piraten werden den Angaben zufolge immer brutaler und professioneller. Während sie vor fünf Jahren nur mit Messern bewaffnet gewesen seien, setzten sie heute Raketenwerfer und automatische Waffen ein, erklärte das IMB.

Auch vor der westafrikanischen Küste, insbesondere vor Benin und Nigeria, nehmen die Angriffe den Angaben zufolge zu. Weitere Überfälle wurden vor den Küsten von Indonesien, Malaysia und Singapur sowie im Südchinesischen Meer verzeichnet.

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