Europaweit

Israel stoppt Palästina-Aktivisten auf Flughäfen

Auf mehreren europäischen Flughäfen sind propalästinensische Aktivisten daran gehindert worden, nach Israel zu reisen.

Israel hat am Freitag etliche propalästinensische Aktivisten auf dem Weg nach Tel Aviv gestoppt. Die Demonstranten wurden auf Flughäfen in Europa aufgehalten. Die israelischen Behörden befragten zudem nach eigenen Angaben 310 Aktivisten, die bereits in Israel eingetroffen waren.

Für vier von ihnen seien sofort Flüge nach Hause gebucht worden, teilte eine Sprecherin des israelischen Innenministeriums, Sabine Hadad, mit. 65 weitere wurden demnach festgehalten, bis auch für sie Flüge in die Heimat arrangiert werden können. Dem Rest sei die Einreise gewährt worden, sagte Hadad.

Israel hatte eine Liste mit den Namen von mehr als 300 Aktivisten erstellt. Die israelischen Behörden baten anschließend Fluggesellschaften, diese Personen an Flügen nach Israel zu hindern. Insgesamt seien rund 200 Personen auf israelischen Antrag hin aufgehalten worden, sagte der israelische Polizeisprecher Micky Rosenfeld.

Die ohnehin strikten Sicherheitsvorkehrungen auf dem Ben-Gurion International Airport wurden in den vergangenen Tagen noch einmal drastisch verschärft.

Mehrere hundert ausländische Demonstranten wollten in diesen Tagen in das Westjordanland reisen und dort auf das Schicksal der unter der israelischen Besatzung leidenden Palästinenser aufmerksam machen. Einige wollten auch vor Ort und in Ostjerusalem an den wöchentlichen Protesten gegen Israel teilnehmen, wie es hieß. Die Gruppe „Willkommen in Palästina“ nannte das israelische Vorgehen am Freitag „provokativ, erpresserisch und illegal“.

Aktivisten wurden unter anderem auf Flughäfen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz an einem Flug nach Israel gehindert. Eine Britin sagte der Nachrichtenagentur AP, die Lufthansa habe ihr mitgeteilt, dass sie nicht von Berlin nach Israel fliegen könne.

Mehrere Fluggesellschaften, darunter auch Lufthansa und Air Berlin, hatten von den israelischen Behörden Listen mit Namen von Personen erhalten, denen das Betreten der Maschinen verwehrt werden sollte. Ein Lufthansa-Sprecher sagte, das Unternehmen sei gesetzlich dazu verpflichtet, keine Personen zu transportieren, die keine gültige Einreiseerlaubnis besäßen.

Die offenbar detaillierten israelischen Listen zeigen, dass die Sicherheitsbehörden die Aktivitäten der Demonstranten schon lange genau verfolgt haben. Wie die Zeitung „Haaretz“ berichtete, verfolgen Polizei und Geheimdienst dazu auch genau die sozialen Netzwerke, die die Demonstranten nutzen.