Bombenanschläge

Geheimdienst nach Mumbai-Anschlägen in der Kritik

Nach der Bombenserie in Mumbai haben die Behörden noch keine Spur von den Attentätern. Vorwürfe gegen die Geheimdienste werden laut.

Nach der Anschlagsserie in Mumbai sind jetzt Vorwürfe gegen die indischen Sicherheitskräfte und Geheimdienste laut geworden. Bei drei koordinierten Bombenanschlägen während des Feierabendverkehrs waren 18 Menschen getötet und 131 weitere verletzt worden.

Die Geheimdienste hätten vor den Anschlägen keine Warnhinweise erhalten, sagte der indische Innenminister Palaniappan Chidambaram auf einer Pressekonferenz. „Wer auch immer für diese Angriffe verantwortlich ist, hat sie auf sehr geheime Art und Weise vorbereitet“, sagte Chidambaram.

Die Polizei ermittelt in alle Richtungen

Die Polizei verfolge verschiedene Ansätze und gehe allen Hinweisen nach. „Wir deuten zu diesem Zeitpunkt nicht mit dem Finger auf jemanden“, sagte Chidambaram. „Wir müssen jede mögliche feindliche Organisation überprüfen und herausfinden, wer hinter den Bombenanschlägen steckt.“

Dass die Bombenanschläge den in der Stadt angesiedelten Finanzmärkten galten, schloss Chidambaram allerdings aus. Die Anschläge „können nicht als Angriffe auf Indiens Wirtschaftshauptstadt oder auf unsere Märkte angesehen werden."

Ministerpräsident Singh ruft Menschen zur Ruhe auf

In Mumbai fragten sich jedoch viele Bewohner, wie es trotz der massiven Sicherheitsvorkehrungen seit der verheerenden Terrorserie 2008 zu den Anschlägen kommen konnte. „Nach den Attacken 2008 und dem ganzen Medien-Hype haben wir gedacht, wir seien sicher“, sagte die 33-jährige Anita Ramaswami. „Aber die Dinge haben sich nicht geändert und die Leute in Mumbai fühlen sich noch immer verletzlich.“

Ministerpräsident Manmohan Singh rief die Menschen auf, Ruhe zu bewahren und zusammenzustehen. Indien hatte erst vor wenigen Monaten wieder Friedensgespräche mit Pakistan aufgenommen, das für die Terrorserie in Mumbai im November 2008 verantwortlich gemacht wurde. Damals hatten Bewaffnete unter anderem zwei Luxushotels gestürmt und 166 Menschen getötet.

Die Angriffe wurden einer von Pakistan aus operierenden fundamentalistischen Organisation angelastet. Die pakistanische Regierung sprach Indien ihr Beileid aus. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama kondolierten.

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