Afrika-Reise

Kanzlerin Merkel bietet Angola Rüstungshilfe an

Am zweiten Tag ihrer Afrika-Reise eröffnete Kanzlerin Merkel die deutsch-angolanischen Wirtschaftskonferenz in Angolas Hauptstadt Luanda. Dort bot sie dem Land ausdrücklich eine Rüstungskooperation an.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel wirbt für eine Energiepartnerschaft zwischen Deutschland und Angola. Voraussetzung seien aber stabile politische Rahmenbedingungen in dem öl- und gasreichen Land, sagte Merkel am Mittwoch bei der deutsch-angolanischen Wirtschaftskonferenz in der Hauptstadt Luanda. „Wir wollen mit Angola eine Energiepartnerschaft“, betonte Merkel. Dabei geht es vor allem um Lieferungen von angolanischem Flüssiggas und um erneuerbare Energien. Angola baut derzeit in Soyo die erste Flüssiggas-Anlage, die ab kommendem Jahr liefern soll. Ein Teil des Gases könnte auch nach Deutschland gehen.

Merkel sagte auf der zweiten Station ihrer Afrika-Reise, deutsche Firmen könnten auch bei der Erkundung weiterer Rohstoffvorkommen in dem Land helfen. Die Zusammenarbeit müsse durch konkrete Projekte von der angolanischen Regierung untermauert werden.

Ausdrücklich bot die Kanzlerin auch eine Rüstungskooperation an. „Wir würden Ihnen auch gerne bei Ihren Verteidigungsanstrengungen helfen, zum Beispiel bei der Ertüchtigung der Marine“, sagte Merkel. „Das alles sind einige konkrete Projekte, für die wir uns einsetzen und die wir hier während unseres Aufenthaltes auch gerne zur Sprache bringen möchten.“

Merkel nannte auch den Ausbau des Glasfasernetzes sowie die Ausrüstung von Universitäten und Schulen. Der deutsch-angolanische Handel war in der Wirtschaftskrise eingebrochen, legte in den ersten Monaten dieses Jahres nach Angaben Merkels aber wieder um 22 Prozent zu.

Angola ist der zweitgrößte Ölexporteur Afrikas nach Nigeria. Außerdem ist das südwestafrikanische Land reich an Diamanten und Mineralien. Es leidet aber immer noch unter Korruption und den Folgen von 27 Jahren Bürgerkrieg, der erst 2002 endete. In den vergangenen Jahren lockte es mit hohen Wachstumsraten verstärkt Investoren aus dem Ausland an, vor allem auch aus China.

Angola steht seit Jahren in der Kritik, weil das Land Menschenrechte missachtet und die Presse- und Informationsfreiheit behindert. 37 Prozent der Bevölkerung leben weiterhin unter der absoluten Armutsgrenze von 1,75 US-Dollar pro Person und Tag. Nur rund 30 Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu grundlegenden Gesundheitsdiensten, nur 42 Prozent Zugang zu reinem Trinkwasser. Tausende Angolaner sterben jährlich an heilbaren Krankheiten wie Malaria, Cholera, Durchfallkrankheiten oder Entzündungen der Atemwege.