Sexskandal

Ruby packt über Bunga-Bunga-Berlusconi aus

Laut Befragungsprotokollen erklärt die Marokkanerin, Berlusconi habe seit März 2010 gewusst, dass sie noch nicht 18 sei – und schildert detailliert "Bunga Bunga".

Ruby, die mutmaßliche Gespielin des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, belastet ihn in ihrer Aussage bei der Mailänder Staatsanwaltschaft offenbar schwer. Das geht aus Protokollen der Befragung hervor, aus denen die römische Tageszeitung "La Repubblica" zitiert.

Sie habe Berlusconi anfänglich vorgegeben, 24 Jahre alt zu sein und aus Ägypten zu stammen, sagte Ruby, deren richtiger Name Karima ist, den Ermittlern. Dann aber habe ihr der Premierminister eine Wohnung schenken wollen, und sie habe ihm die Wahrheit gesagt: Sie sei minderjährig, habe keine Papiere und keine Aufenthaltsgenehmigung. Berlusconi habe sich daran nicht gestört. Sie solle sich als Enkelin Mubaraks ausgeben, um zu erklären, woher sie so viel Geld habe. Und: "Mach Dir keine Gedanken um deine Papiere, darum kümmere ich mich."

Aus der Aussage ging nicht hervor, ob Berlusconi seiner jungen Freundin versprochen habe, ihr falsche Papiere zu besorgen, die sie als 24-Jährige Enkelin Mubraks ausweisen, oder ob er ihr helfen wollte, einen marokkanischen Pass und eine Aufenthaltsgenehmigung für Italien zu besorgen.

Berlusconis mutmaßliche Kupplerin Nicole Minetti, die selbst im lombardischen Regionalparlament sitzt, habe hingegen immer gewusst, dass sie noch nicht volljährig sei, sagte die junge Frau weiter aus. "Sie wusste es auch, als ich zum ersten Mal in Berlusconis Villa in Arcore kam, am 14. Februar." Minetti hatte mehrfach behauptet, sie habe erst nach deren Verhaftung erfahren, wie alt Ruby wirklich sei. "Sie hatte uns gesagt, sie sei 24 Jahre alt und es war leicht, ihr zu glauben, schließlich sieht sie auch älter aus."

Zum ersten Mal habe sie eine von Berlusconis Feiern auf Einladung von des TV-Moderators Emilio Fede besucht, sagte Ruby weiter aus. Fede, ein Intimus des Premierministers, der seit Jahren für dessen TV-Sender arbeitet, müsse das Alter des Mädchens gekannt haben, berichtet "La Repubblica". In einem von ihm moderierten Wettbewerb im Jahr 2009 habe er sie als "13-jährige Waise" vorgestellt.

Auch auf die Art der Feiern in Berlusconis Villa geht Ruby offenbar ein. Die detaillierten Schilderungen ließen "wenig Spielraum für Fantasie", schreibt die "Repubblica", sie seien nahezu "pornografisch konkret": entfesselte Orgien, bei denen die eingeladenen jungen Frauen lesbische Spiele vorführten, um "den Sultan" zu erregen.

Ruby hat auch eine Erklärung dafür, warum sie und auch keine der anderen Frauen bislang mit ihrem Wissen von den Feiern an die Öffentlichkeit gegangen seien: "Neben Schmuck und anderen Geschenken habe ich von Berlusconi in den drei Monaten, in dem ich mit ihm zu tun hatte, 187.000 Euro bekommen. Ich habe einen Teil des Geldes meiner Familie gegeben und den Rest völlig enthemmt ausgegeben."

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