Explosion auf Militärstützpunkt

"Aus dem Himmel fielen Holzlatten und Eisenstangen"

Eine gewaltige Explosion auf einer Marinebasis auf Zypern hat mehrere Menschen getötet, Zeugen berichten von katastrophalen Szenen. Jetzt ist eine mögliche Ursache gefunden.

Bei einer Explosion auf einer Marinebasis in Zypern sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums möglicherweise etwa zehn Menschen ums Leben gekommen und weite Teile der Anlage verwüstet worden.

Die Detonation auf dem Stützpunkt Evangelos Florakis an der Südküste der Insel sei vermutlich von einem Buschbrand ausgelöst worden, der sich auf den Stützpunkt ausgedehnt und Behälter mit Munition in Brand gesetzt habe, verlautete aus dem Verteidigungsministerium.

Der staatliche Fernsehsender CyBC zeigte Bilder von zahlreichen beschädigten Autos auf einer Schnellstraße in der Nähe der Basis. Ein Augenzeuge, der zum Zeitpunkt der Explosion mit seinem Auto an dem Stützpunkt vorbeifuhr, sagte auf CyBC, es habe sich angefühlt, als sei eine Bombe auf das Auto abgeworfen worden. „Es kamen aus dem Himmel Holzlatten, Eisenstangen, ganze Teile von Dächern auf uns runter", schilderte eine Autofahrerin im Fernsehen. Die Detonationen seien „ohrenbetäubend" gewesen, hieß es.

"Eine große Katastrophe"

Die zyprischen Behörden hatten die Munition im Februar 2009 von einem vor der Küste fahrenden Schiff beschlagnahmt. Die unter zyprischer Flagge fahrende "Monchegorsk" stand im Verdacht, die Munition vom Iran nach Gaza zu transportieren.

Unter den Todesopfern auf dem Stützpunkt waren nach Angaben des staatlichen Rundfunks zwei Matrosen der Marine, zwei Soldaten und fünf Feuerwehrleute. Der staatliche Rundfunk zitierte den Leiter der Nationalgarde, Petros Tsalikides, mit den Worten, die Explosion habe eine "große Katastrophe" ausgelöst.

59 Verletzte

Laut einem Bericht des staatlichen Fernsehsenders CyBC wurden bei der Explosion gegen 6 Uhr Ortszeit auch Häuser in einem Dorf in der Nähe des Stützpunkts der Nationalgarde beschädigt. 59 Menschen seien verletzt worden, zwei davon schwer. Ein Feuer im nahe gelegenen Kraftwerk Vasiliko sei unter Kontrolle, sagte Polizeisprecher Michalis Katsounotos.

Die Feuerwehr habe um 4.27 Uhr (Ortszeit) einen Notruf erhalten und sei über das Feuer auf der Basis informiert worden, sagte Sprecher Leonidas Leonidou. "Ob es innerhalb oder außerhalb des Stützpunkts ausgebrochen ist und was der Auslöser war, können wir nicht sagen", sagte Leonidou.

Einige Teile der Insel ohne Strom

Das Elektrizitätswerk – die Hauptquelle für Strom auf der Insel - sei von der Druckwelle schwer beschädigt worden, erklärte der Sprecher der Energiebehörde, Yiannis Tsouloftas. Es werde mindestens am Montag den gesamten Tag außer Betrieb bleiben. Mitarbeiter der zwei kleineren Kraftwerke auf der Insel bemühten sich, die Versorgung mit Strom sicherzustellen. Die Behörden appellierten aber an die Bevölkerung, den Verbrauch so weit wie möglich einzuschränken.

Unter anderem in der Stadt Larnaca fiel vorübergehend der Strom aus. "Einige Teile der Insel sind derzeit ohne Strom", sagte der Sprecher des staatlichen Energieversorgers AHK, Costas Gavrilidis. Die Betreiber der Flughäfen in Paphos und Larnaca schalteten die Notstromgeneratoren ein und kündigten an, den Energieverbrauch auf ein Minimum zu reduzieren.