Zypern

Zwölf Tote bei Explosionen auf Marinebasis

Bei mehreren Explosionen auf einem Marinestützpunkt im Süden der Mittelmeerinsel Zypern sind zwölf Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Nationalgarde explodierten aus bislang unbekannten Gründen Container mit Munition.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Nach einer verheerenden Explosion auf einem Marinestützpunkt im Süden der Mittelmeerinsel Zypern sind am Montag Verteidigungsminister Costas Papacostas und der Chef der Nationalgarde, Petros Tsalikides, zurückgetreten. Bei dem Unglück wurden nach offiziellen Angaben zwölf Menschen getötet und 62 verletzt, zwei davon schwer. Unglücksursache war offenbar ein Buschfeuer, das mehrere Container mit Munition in Brand gesetzt hatte.

Staatspräsident Dimitris Christofias, der an den Unglücksort eilte, sprach von „einer Katastrophe biblischen Ausmaßes“. Ermittler hätten Sabotage als Explosionsursache ausgeschlossen, sagte Regierungssprecher Stefanos Stefanou. Die Verletzten wurden in Krankenhäuser in Larnaca und der Hauptstadt Nikosia eingeliefert. Stefanou sagte, 50 von ihnen seien inzwischen wieder entlassen worden.

Die Detonation auf der Marinebasis Evangelos Florakis ereignete sich in den frühen Morgenstunden. Oppositionsführer Nicos Anastasiades sagte, alle auf dem Stützpunkt gelagerten 98 Container mit etwa 2.000 Tonnen Schießpulver seien explodiert. Noch Stunden nach der Detonation stieg weißer Rauch von der Unglücksstelle auf. Dutzende Rettungskräfte, Polizisten, Feuerwehrleute und die Nationalgarde waren vor Ort im Einsatz.

Wie aus Kreisen des Verteidigungsministeriums verlautete, brach ein Buschfeuer nahe des Stützpunktes aus. Die Flammen fraßen sich immer näher an die Marinebasis heran und setzten schließlich die Container in Brand. Die Gewährsperson wollte nicht genannt werden, da die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen waren.

„Wir sind angesichts des Vorfalls am Boden zerstört, nicht so sehr wegen des Sachschadens, sondern wegen des Verlusts von Menschenleben und der Verletzungen, die viele unserer Landsleute erleiden mussten“, sagte Staatspräsident Christofias.

Der staatliche Fernsehsender CyBC zeigte Bilder von zahlreichen beschädigten Autos auf einer Schnellstraße in der Nähe der Basis. Ein Augenzeuge, der zum Zeitpunkt der Explosion mit seinem Auto an dem Stützpunkt vorbeifuhr, sagte zu CyBC, es habe sich angefühlt, als sei eine Bombe auf das Auto abgeworfen worden.

Die zyprischen Behörden hatten die in den Containern gelagerte Munition im Februar 2009 von einem vor der Küste fahrenden Schiff beschlagnahmt. Die unter zyprischer Flagge fahrende „Monchegorsk“ stand im Verdacht, die Munition vom Iran nach Gaza zu transportieren.

Auch zahlreiche Häuser bei der Explosion beschädigt

Laut einem Bericht von CyBC wurden bei der Explosion gegen 6.00 Uhr Ortszeit (5.00 Uhr MESZ) auch Häuser in einem Dorf in der Nähe des Stützpunkts der Nationalgarde beschädigt. Ein Feuer im nahe gelegenen Kraftwerk Vasiliko sei unter Kontrolle, sagte Polizeisprecher Michalis Katsounotos.

Das Elektrizitätswerk – die Hauptquelle für Strom auf der Insel - sei von der Druckwelle schwer beschädigt worden, erklärte der Sprecher der Energiebehörde, Yiannis Tsouloftas. Es werde mindestens am Montag den gesamten Tag außer Betrieb bleiben. Mitarbeiter der zwei kleineren Kraftwerke auf der Insel bemühten sich, die Versorgung mit Strom sicherzustellen. Die Behörden appellierten aber an die Bevölkerung, den Verbrauch so weit wie möglich einzuschränken.

Unter anderem in der Stadt Larnaca fiel vorübergehend der Strom aus. „Einige Teile der Insel sind derzeit ohne Strom“, sagte der Sprecher des staatlichen Energieversorgers AHK, Costas Gavrilidis. Die Betreiber der Flughäfen in Paphos und Larnaca schalteten die Notstromgeneratoren ein und kündigten an, den Energieverbrauch auf ein Minimum zu reduzieren. Das Landwirtschaftsministerium rief die Öffentlichkeit auf, den Wasserverbrauch so weit wie möglich einzuschränken. Wegen der Energieprobleme mussten die Entsalzungsanlagen den Betrieb einstellen.