Truppenabzug

Kanada beendet Kampfeinsatz in Afghanistan

Mit einer feierlichen Zeremonie hat Kanada offiziell den Krieg am Hindukusch beendet. 157 Soldaten ließen ihr Leben, elf Milliarden Dollar kostete der Einsatz.

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Kanada hat nach rund neun Jahren offiziell seinen Kampfeinsatz in Afghanistan im Rahmen der Nato-Truppe Isaf beendet.

Das Ende des Kampfeinsatzes wurde bei einer Zeremonie auf dem Stützpunkt von Kandahar im Süden des Landes besiegelt.

Die meisten der fast 3000 kanadischen Soldaten, die vor allem in der umkämpften Provinz Kandahar im Einsatz waren, haben das Land bereits verlassen. 950 kanadische Soldaten sollen aber künftig in der Hauptstadt Kabul afghanische Sicherheitskräfte ausbilden.

In den vergangenen Wochen hatten die kanadischen Soldaten ihre letzten Patrouillen gefahren, Außenposten abgebaut und vom Stützpunkt am Flughafen von Kandahar aus die Heimreise angetreten.

Am Dienstag gab Kanada das militärische Kommando über den letzten noch unter kanadischer Verantwortung stehenden Bezirk an die USA ab.

157 Tote, elf Milliarden Dollar Kosten

Während des seit Anfang 2002 laufenden Einsatzes starben 157 kanadische Soldaten. Die Regierung in Ottawa beziffert die Kosten des Einsatzes auf insgesamt mehr als elf Milliarden Dollar (7,7 Milliarden Euro). Kanadas Regierungschef Stephen Harper hatte 2008 erstmals angekündigt, die Truppen des Landes 2011 abziehen zu wollen.

US-Präsident Barack Obama hatte vor zwei Wochen angekündigt , die Truppenstärke der US-Armee in Afghanistan deutlich zu reduzieren. Mehrere Nato-Staaten erklärten daraufhin, ebenfalls bald schrittweise Truppen abzuziehen.

Auch die Bundesregierung will bis Jahresende erste Soldaten abziehen. Bis 2014 soll die Übergabe der Sicherheitsverantwortung an Afghanistans Armee und Polizei abgeschlossen sein.