"Freiheitsflotte"

Gaza-Aktivisten rufen Israel zu "Vernunft" auf

Erneut wollen pro-palästinensische Aktivisten von der Türkei aus die Seeblockade des Gaza-Streifens durchbrechen. Die türkische Regierung weigert sich, einzugreifen.

Foto: REUTERS

Fast ein Jahr nach dem israelischen Angriff auf eine Hilfsflotte für die Palästinenser im Gazastreifen haben die türkischen Organisatoren einer geplanten zweiten Hilfsflotte Israel aufgefordert, den Schiffskonvoi ohne Gewaltanwendung passieren zu lassen.

Israel solle „Vernunft“ annehmen, sagte der Chef der türkischen Hilfsorganisation IHH, Bülent Yildirim, in Istanbul.

Laut Yildirim wird die aus 15 Schiffen bestehende neue Flottille Ende Juni in See stechen. Rund 1500 Aktivisten würden an Bord sein.

Am 31. Mai vergangenen Jahres hatten israelische Soldaten die Schiffe eines Hilfskonvois für den Gaza-Streifen gestürmt und neun türkische Aktivisten erschossen . Das IHH-Schiff „Mavi Marmara“, auf dem die Aktivisten starben, soll auch an der neuen Flottille teilnehmen, wie IHH-Chef Yildirim ankündigte.

Yildirim wies Vorwürfe zurück, es handele sich bei der geplanten Hilfsflotte um eine antisemitische Aktion. Insgesamt seien 22 Organisationen an dem Projekt beteiligt, sagte er. Die Organisatoren hätten auch viele Anfragen von jüdischen Freiwilligen, darunter auch israelische Parlamentsabgeordnete, erhalten.

USA und Israel fordern Stopp der Flotte

Allein in der Türkei haben sich nach IHH-Angaben 15.000 Freiwillige gemeldet. Yildirim betonte, nach der geplanten zweiten Flottille mit Freiwilligen aus mehr als hundert Ländern solle es noch weitere Konvois geben.

Die Schiffe sollen Hilfsgüter in den von Israel abgeriegelten Gazastreifen bringen, der einer strengen Seeblockade unterliegt. Die USA und Israel haben die türkische Regierung aufgefordert, die Fahrt des neuen Schiffskonvois zu verhindern.

Mehr als 30 US-Politiker schrieben einen Brief an den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan und forderten ihn auf, die Gaza-Flotille zu stoppen. Die Organisatoren wollten Israel provozieren.

Ankara lehnt dies aber mit dem Argument ab, es handele sich um eine Aktion regierungsunabhängiger Organisationen, in die sich die Regierung eines demokratischen Landes nicht einmischen könne. Das Hauptproblem liege in der israelischen Gaza-Politik.

Die türkische Regierung hatte zuletzt den israelischen Botschafter ins Außenministerium einbestellt, um Israel vor einem neuen Militäreinsatz zu warnen, wie türkische Zeitungen berichtet hatten.

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