Notstand ausgerufen

Bahrains Sicherheitskräfte töten vier Demonstranten

Polizisten und Militäreinheiten haben den von Regierungsgegnern besetzten Perlenplatz gestürmt. Mindestens vier Demonstranten sind tot, viele weitere verletzt.

Foto: AFP

Beim gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen regierungskritische Demonstranten in Bahrain sind am Mittwochmorgen vier Demonstranten getötet worden. Zahlreiche weitere Menschen seien bei der Erstürmung des Perlenplatzes in der Hauptstadt Manama verletzt worden, sagte der Oppositionsabgeordnete Chalil Marsuk. Die Sicherheitskräfte hätten mit scharfer Munition geschossen und Demonstranten töten wollen.

Polizisten und Militäreinheiten rückten kurz nach Tagesanbruch am Mittwoch auf den von Demonstranten besetzten Perlenplatz in der Hauptstadt Manama vor. Laut Augenzeugen fuhren die Sicherheitskräfte in Panzern, Truppentransportern und Bussen vor und feuerten dutzende Tränengas-Granaten ab. Auf dem Perlenplatz standen mehrere Zelte in Flammen, über der Gegend stand dichter Rauch. Demonstranten suchten in Seitenstraßen Schutz. Der Platz, auf dem seit fast einem Monat Regierungskritiker campierten, war zum Symbol der Oppositionsbewegung geworden.

Unklar war, ob an dem Einsatz Soldaten aus anderen Golfstaaten beteiligt waren, die zur Unterstützung der sunnitischen Monarchie nach Bahrain entsandt worden waren.

Wegen der andauernden Proteste rief der König von Bahrain am Dienstag einen dreimonatigen Notstand aus. Das Militär wies er an, gegen die Unruhen vorzugehen. Bei Zusammenstößen kamen bereits am Dienstag mindestens zwei Zivilisten ums Leben. Nach Behördenangaben wurde auch ein saudiarabischer Soldat getötet.

Die Demonstranten fordern größere politische Freiheiten von den sunnitischen Herrschern des Staats. Angeführt wird die Protestbewegung von Schiiten, die in Bahrain die Mehrheit bilden.