Nach Not-OP

Hugo Chávez befindet sich in "kritischem Zustand"

Um den Gesundheitszustand des venezuelanischen Präsidenten Hugo Chávez ranken sich die Gerüchte. Nun berichten US-Medien, der Staatschef befinde sich nach einer Notoperation in einer kubanischen Klinik in "kritischem Zustand".

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Venezuelas Präsident Hugo Chávez befindet sich nach US-Medienangaben nach einer Notoperation in kritischem Zustand. Der 56-Jährige liege zwar nicht im Sterben, doch sein Zustand sei „durchaus kritisch und kompliziert“, berichtete die in Miami erscheinende spanischsprachige Zeitung „El Nuevo Herald“ am Samstag unter Berufung auf US-Geheimdienstmitarbeiter. Chávez wird seit dem 10. Juni in einem kubanischen Krankenhaus behandelt.

Ranghohe venezolanische Regierungsbeamte wiesen den Medienbericht am späten Samstagabend zurück. „Chávez wird noch für lange Zeit da sein“, sagte Vizepräsident Elías Jaua vor Journalisten. Informationsminister Andrés Izarra rief seine Anhänger auf dem Kurznachrichtendienst Twitter auf, die Gerüchte nicht zu verbreiten. Chávez erhole sich gut von dem Eingriff. Der venezolanische Diplomat Temir Porras schrieb über den Kurznachrichtendienst, Chávez' Feinde „sollten aufhören zu träumen, und seine Freunde sollten sich nicht nervös machen lassen“. Die Opposition kritisierte den Aufenthalt in Kuba heftig, da sie es für verfassungswidrig hält, dass der Präsident das Land vom Ausland aus regiert.

Der sonst für seine stundenlangen Fernsehansprachen bekannte Staatschef hatte nach der Operation zwei Wochen lang geschwiegen, sich am Freitag aber mit einer kurzen Twitter-Botschaft zu Wort gemeldet. Zu den Auseinandersetzungen über seinen Aufenthalt äußerte er sich nicht, sondern schrieb lediglich, dass seine jüngste Tochter und drei Enkelkinder zu Besuch in Kuba eingetroffen seien. Dem US-Medienbericht zufolge wurden Chávez' Tochter Rosines und seine zweite Frau Marisabel Rodriguez mit einem Luftwaffenflugzeug nach Kuba gebracht.

Nach offiziellen venezolanischen Angaben wurde Chávez am 10. Juni wegen eines Abzesses im Beckenbereich operiert. Gerüchten zufolge wird er in Wahrheit jedoch wegen Prostatakrebs behandelt. Das ungewöhnlich lange Schweigen des sonst für seine verbale Omnipräsenz bekannten Präsidenten veranlasste seine Gegner zu Spekulationen, Chávez lasse sich einer Schönheitsoperation unterziehen oder wolle mit seiner Krankheit um Sympathien vor der im kommenden Jahr anstehenden Wahl werben.