Griechenland Krise

Deutsche Banken sichern Athen Milliardenhilfe zu

Mit 2,3 Milliarden Euro beteiligen sich deutsche Banken und Versicherungen an einem zweiten Hilfspaket für Griechenland. Die freiwillige Gläubigerbeteiligung soll Athen wieder auf die Bein helfen. Das griechische Parlament hat unterdes auch das zweite Gesetz mit Sparmaßnahmen gebilligt.

Foto: REUTERS

Deutsche Banken und Versicherungen machen mit bei der Griechenland-Hilfe. Bundesfinanzministerium und deutsche Banken haben sich auf eine freiwillige Gläubigerbeteiligung an einem zweiten Hilfspaket für Griechenland verständigt. Der Beitrag belaufe sich auf insgesamt 3,2 Milliarden Euro, teilte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Donnerstag in Berlin mit. Deutsche Banken seien mit zehn Milliarden Euro in griechischen Anleihen engagiert. Rund 55 Prozent ihres Engagements von insgesamt zehn Milliarden Euro laufe über das Jahr 2020 hinaus.

Der Beitrag sei „freiwillig, doch substanziell“, sagte Deutsche-Bank-Vorstandschef Josef Ackermann. Er sei „zuversichtlich, bis zum Sonntag eine quantifizierbare Lösung unterbreiten zu können. Wir sind überzeugt, dass Griechenland weiter geholfen werden muss. Griechenland hat gestern wichtige erste Schritte im Bereich der Sparmaßnahmen unternommen.“ Das französische Modell sei eine Basis, aber es müssten noch Modifikationen eingebaut werden. Er sei zuversichtlich, eine gute Lösung zu finden.

Das französische Modell

Der deutsche Bankenverband lobte den französischen Vorschlag für Griechenland. „Der ist insofern ganz pfiffig, weil er ohne staatliche Garantien eine sich selbst aufbauende Sicherheit bietet“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Banken, Michael Kemmer. „Es wäre fahrlässig zu sagen: Lasst doch die Griechen einfach pleitegehen.“

An anderer Stelle gibt es laut Kemmer Verbesserungsbedarf. „Wir haben Probleme bei der Bilanzierung und bei den Ratingagenturen. Das muss noch diskutiert werden“, sagte Kemmer. „Es ist noch unklar, ob abgeschrieben werden muss, wenn die alten griechischen Anleihen gegen die neuen getauscht werden.“

Er fügte hinzu: „Wenn die auslaufenden Anleihen weitergerollt werden, besteht ein latentes Abwertungsproblem.“ Bei niedrigeren Zinsen als 5,5 Prozent sei der Wert der neuen Anleihen geringer.

„Das Thema ist sehr kompliziert, die Wirtschaftsprüfer müssen die Einzelheiten klären. Allein schon weil es bei der nationalen und internationalen Rechnungslegung unterschiedliche Standards gibt. Entscheidend ist, ob es sich um den Kauf einer neuen Anleihe handelt, dann müsste abgeschrieben werden, bei einer Verlängerung wäre es unter Umständen nicht notwendig “, sagte Kemmer.

Das zweite Problem sei: „Wie reagieren die Ratingagenturen? Sagen sie, das ist ein Zahlungsausfall? Dann hätte man möglicherweise das Problem, das die Kreditversicherungen einspringen müssten, die Credit Default Swaps (CDS)“, fügte Kemmer hinzu. „Da weiß man nicht, wer hat überall die CDS geschrieben, wer muss also einspringen? Und wie sind diese Institutionen abgesichert? Das muss man auch noch klären.

Griechisches Parlament stimmt Umsetzung von Sparmaßnahmen zu

Die griechische Regierung hat sich am Donnerstag die Parlamentsmehrheit für die Umsetzung des 28 Milliarden Euro schweren Sparpakets gesichert. Damit ist der Weg frei für weitere Hilfen von Europäischer Union (EU) und Internationalem Währungsfonds (IWF) in Höhe von zwölf Milliarden Euro, mit denen eine Staatspleite Griechenlands vermieden werden soll. Am Vortag hatten die Abgeordneten dem drastischen Konsolidierungskurs bereits grundsätzlich zugestimmt

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