Beim Landeanflug

Südkoreanische Soldaten schießen auf Passagierjet

Die Soldaten hielten das Flugzeug mit 119 Menschen an Bord für einen nordkoreanischen Jet und feuerten. Seit Monaten nehmen die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea zu.

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Weil sie es für ein nordkoreanisches Militärflugzeug hielten, haben zwei südkoreanische Soldaten auf ein Passagierflugzeug mit 119 Menschen an Bord geschossen. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, zwei auf einer Insel stationierte Marineinfanteristen hätten am Freitag mit ihren Gewehren auf eine Maschine der Asiana Airlines geschossen.

Ein Asiana-Mitarbeiter bestätigte den Beschuss. Soldaten hätten eine aus China kommende Maschine der Fluggesellschaft mit Kleinwaffen beschossen, sie sei aber nicht beschädigt worden, sagte er. Das Passagierflugzeug sei im Landeanflug auf den internationalen Flughafen Incheon westlich von Seoul und außerhalb der Reichweite der Gewehre gewesen, hieß es weiter.


Der Flughafen liegt rund 40 Kilometer südlich der innerkoreanischen Grenze. Yonhap zitierte seine Quelle mit der Aussage, dass die Soldaten berichtet hätten, das Flugzeug sei vom Kurs abgekommen. Der Vertreter von Asiana Airlines beschrieb die von der Maschine geflogene Route als normal.

Der Zwischenfall wirft ein Schlaglicht auf wieder zunehmende Spannungen zwischen Nord- und Südkorea . Am Freitag brachten die südkoreanischen Streitkräfte Medienberichten zufolge an der innerkoreanischen Grenze Raketen in Stellung, die die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang erreichen können. Damit reagiere Südkorea auf den nordkoreanischen Beschuss einer Insel an der Grenze, bei dem im vergangenen November vier Südkoreaner getötet worden waren.