Westjordanland

Israelische Siedler sollen Moschee angezündet haben

Mit einem Anschlag auf eine Moschee wollten sich rechtsgerichtete Siedler offenbar für die Räumung eines Siedlungsaußenpostens rächen.

Foto: AFP

Israelische Siedler haben erneut einen Brandanschlag auf eine Moschee im Westjordanland verübt. Die bislang unbekannten Täter hätten in dem Gebetshaus Benzin sowie einen Autoreifen angezündet, sagte der Bürgermeister des nordöstlich von Ramallah gelegenen Dorfes Murajer, Faradsch Nasan. Die meisten Gebetsteppiche seien verbrannt.

Die Täter hätten an den Außenwänden der Moschee Graffiti in Hebräisch hinterlassen, sagte der israelische Polizeisprecher Mickey Rosenfeld. Die Botschaft „Preisschild Alei Ajin“ deute auf einen nicht genehmigten Siedlungsaußenposten hin. Dort seien in der vergangenen Woche vier Häuser zerstört worden. Während der gewaltsamen Räumung seien sechs Polizisten und fünf Siedler verletzt worden.

Rechtsgerichtete Siedler verfolgen seit Jahren eine sogenannte Preisschild-Politik. Dabei greifen sie Palästinenser an oder stehlen und zerstören deren Eigentum. Die Botschaft an die israelische Regierung lautet, dass jegliches Vorgehen gegen Siedler wie beispielsweise die Räumung von illegalen Außenposten seinen Preis hat.

Die Suche nach den Brandstiftern hat laut Polizeisprecher Rosenfeld bereits begonnen. Bislang sei aber noch niemand festgenommen worden. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilte den Brandanschlag.