Zurück im Gerichtssaal

Strauss-Kahn plädiert auf "nicht schuldig"

Der ehemalige IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn steht in New York wieder vor Gericht. Er plädiert auf "nicht schuldig" und beteuert, er habe das Zimmermädchen nicht zum Oralsex gezwungen. Bei einem Schuldspruch drohen ihm bis zu 25 Jahre Gefängnis.

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Der ehemalige IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hat im New Yorker Vergewaltigungsfall auf nicht schuldig plädiert

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Der zurückgetretene Chef des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, hat die gegen ihn erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe vor Gericht zurückgewiesen. Wie erwartet plädierte der 62-Jährige bei einer Anhörung am Montag in New York auf „nicht schuldig“. Der Gerichtstermin war der Auftakt zu einem langwierigen Strafprozess vor einem Geschworenengericht, bei dem Strauss-Kahn eine lange Haftstrafe droht.

Aufrecht, die Hände vor seinem Körper verschränkt, antwortete der frühere IWF-Chef auf die Frage, ob er auf schuldig oder nicht schuldig plädiere: „Nicht schuldig.“ Strauss-Kahn wies damit alle Anklagepunkte zurück. Ihm wird zur Last gelegt, Mitte Mai ein Zimmermädchen in einem Luxushotel in Manhattan zum Oralsex gezwungen zu haben. Außerdem soll er versucht haben, gewaltsam Geschlechtsverkehr mit der Frau zu haben.

Strauss-Kahn erschien in Begleitung seiner Frau Anne Sinclair, die wenige Tage nach seiner Festnahme aus Frankreich in die USA gereist war. Schon Stunden vor Beginn der Anhörung trafen zahlreiche Journalisten am Gericht ein, um sich einen Platz im Saal zu sichern. Vor dem Gebäude demonstrierten rund einhundert als Zimmermädchen verkleidete Frauen, die den ehemaligen IWF-Chef mit dem Ruf „Schäm Dich!“ beschimpften.

Unmittelbar nach der nur siebenminütigen Anhörung lieferten sich die Anwälte Strauss-Kahns und des mutmaßlichen Opfers vor Journalisten einen verbalen Schlagabtausch, der einen Vorgeschmack auf den Prozess gab. Es gebe keinen Hinweis auf Gewaltanwendung, sagte Verteidiger Benjamin Brafman. Jede „gegenteilige Andeutung“ sei „einfach nicht glaubwürdig“. Der Anwalt des 32-jährigen Zimmermädchens, Kenneth Thompson, erklärte, seine Mandantin sei „eine würdevolle und ehrenhafte Frau“ und werde vor Gericht „die Wahrheit“ berichten.

Strauss-Kahn war am 14. Mai am Flughafen John F. Kennedy in New York festgenommen worden. Mit der formellen Zurückweisung der Vorwürfe machte er den Weg frei für eine Hauptverhandlung vor einem Geschworenengericht, die in den nächsten Monaten eröffnet werden könnte. Der französische Abgeordnete Pierre Moscovici, ein Vertrauter von Strauss-Kahn, rechnet mit einer „ziemlich schwierigen juristischen Auseinandersetzung“. Er warte nun auf die Schilderung der Ereignisse aus Sicht des 62-Jährigen, sagte der Sozialist. Die nächste Anhörung findet am 18. Juli statt.

Nach seiner Festnahme hatte Strauss-Kahn zunächst vier Nächte auf der berüchtigten Gefängnisinsel Rikers Island verbracht. Anschließend wurde er gegen eine Millionen-Kaution aus der Haft freigelassen und steht mittlerweile unter strengen Auflagen in einem luxuriösen Stadthaus in Manhattan unter Hausarrest. Bei einer Verurteilung in allen Anklagepunkten droht ihm eine theoretische Höchsstrafe von 74 Jahren.