Den Haag

Mladic erscheint widerwillig vor UN-Tribunal

Ratko Mladic ist erstmals dem Uno-Tribunal in Den Haag vorgeführt worden. Der mutmaßliche Kriegsverbrecher ist in insgesamt elf Punkten wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt und erklärte: "Ich bin ein schwerkranker Mann".

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Dem ehemaligen serbischen General werden Völkermord und Kriegsverbrechen vorgeworfen.

Video: Reuters
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Der mutmaßliche bosnisch-serbische Kriegsverbrecher Ratko Mladic ist zur Anklageverlesung erstmals vor dem Haager UN-Tribunal erschienen. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters Alphons Orie, ob er seine Rechte verstanden habe, sagte Mladic, er sei schwer krank und benötige mehr Zeit, um die elf Punkte der Anklage zu verstehen.

Mladic machte keine weiteren Angaben zu seiner Krankheit. Er bat um einen Ausschluss der Öffentlichkeit, um seinen Gesundheitszustand zu diskutieren. Seine Familie sagte nach seiner Festnahme in der vergangenen Woche, Mladic habe während seiner Zeit auf der Flucht zwei Schlaganfälle erlitten. Am Freitag schien er vor Gericht seine rechte Hand nicht bewegen zu können. Er benötigte Hilfe, um den Kopfhörer aufzusetzen, damit er die serbische Übersetzung der Anhörung hören konnte.

In barschem Ton beschied er Orie, er wolle „nicht einen einzigen Buchstaben oder Satz“ von seiner Anklage im Gericht hören. Orie begann dennoch mit dem Verlesen der Anklage. Mladic wird darin vorgeworfen, die schlimmsten Gräueltaten des Bosnienkrieges mit 100.000 Toten organisiert zu haben, darunter das Massaker von Srebrenica. Er verfolgte die Verlesung der elf Anklagepunkt ohne jede Regung

Äußerst sich nicht zu Vorwürfen

Mladic wollte sich auf Aufforderung nicht zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen geäußert. Er sprach von „widerlichen Anschuldigungen“ und „monströsen Worten“. Richter Orie informierte ihn darüber, dass er noch 30 Tage Zeit habe, sich für schuldig oder nicht schuldig zu erklären.

Ihm wird vorgeworfen, die schlimmsten Gräueltaten des Bosnienkrieges mit 100.000 Toten organisiert zu haben, darunter das Massaker von Srebrenica. Unter den zahlreichen Menschen auf den Zuschauerrängen waren Mütter und Witwen aus Srebrenica. Vor dem Gericht stand ein Mann mit einem weißen Plakat, auf dem in roten Buchstaben „Mladic, Schlächter von Srebrenica“ geschrieben stand.

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