G-8-Gipfel

Medwedjew droht Nato mit neuem Wettrüsten

Der Kremlchef fordert eine Garantie dafür, dass das geplante Nato-Raketenabwehrsystem nicht gegen Russland gerichtet ist. Sonst könnten die Verhandlungen scheitern.

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Im Streit um eine Raketenabwehr der Nato in Mitteleuropa hat Kremlchef Dmitri Medwedjew vor einem Scheitern der Verhandlungen gewarnt und mit einem neuen Wettrüsten gedroht. „Das wäre dann eine Welt, in der es immer mehr atomare Raketensysteme gäbe“, sagte Medwedjew nach Angaben russischer Agenturen beim G-8-Gipfel in Deauville. „Ich möchte nicht, dass Europa so wird.“

Der Kremlchef zeigte sich nach Spitzengesprächen enttäuscht vom Verhalten der USA und der Nato in dem seit langem schwelendem Konflikt. „Beide Seiten verlieren nur Zeit“, sagte er.

Medwedjew forderte erneut eine Garantie, dass das geplante Raketenabwehrsystem nicht gegen Russland gerichtet sei. „Niemand hat uns eine solche Garantie gegeben“, sagte der Präsident.

Moskau sieht ein Raketenabwehrsystem ohne russische Beteiligung als Gefahr für seine Sicherheit an. Zuletzt hatte Medwedjew bereits mit dem Ausstieg aus dem erst kürzlich abgeschlossenen Start-Abkommen zur atomaren Abrüstung mit den USA gedroht.