Afghanistan

Deutsche überlebte rasenden Mob in Schutzraum

Eine Deutsche ist dem religiösen Mob in Masar-i-Scharif nur knapp entkommen – sie flüchtete in einen Schutzraum. Ein Russe besänftigte die Angreifer mit einem Trick.

Foto: AFP

Eine Deutsche ist dem Massaker an Mitarbeitern der Vereinten Nationen im nordafghanischen Masar-i-Scharif nach einem Bericht des „Wall Street Journals“ nur knapp entgangen. Die US-Zeitung berichtete am Montag auf ihrer Homepage, die Frau habe zum Zeitpunkt des Angriffs erst rund eine Woche zur UN-Mission gehört.

Bei einer Demonstration gegen die Verbrennung eines Korans in den USA hatte am vergangenen Freitag ein Mob das Gelände der Vereinten Nationen in der Stadt gestürmt und sieben Ausländer getötet. Die Bluttat hatte international für Entsetzen gesorgt.

Unter den getöteten UN-Mitarbeitern waren neben vier nepalesischen Wachmännern eine Norwegerin, ein Schwede und ein Rumäne.

Die letztgenannten drei und der russische Leiter der Mission in Masar-i-Scharif hätten in einem Schutzraum Zuflucht gesucht, schreibt das „Wall Street Journal“ („WSJ“). Den Angreifern sei es aber gelungen, in diesen Raum einzudringen.

Der Russe habe versucht, die Angreifer abzulenken und seine Mitarbeiter zu schützen, berichtet das Blatt weiter. Er habe vorgegeben, Muslim zu sein, und habe das muslimische Glaubensbekenntnis rezitiert. Der Missionsleiter sei verprügelt, aber am Leben gelassen worden. Seine drei Kollegen seien getötet worden.

Die Zeitung schreibt unter Berufung auf namentlich nicht genannte Diplomaten, während die Angreifer sich auf den ersten Schutzraum konzentriert hätten, seien die Deutsche und drei oder vier andere UN-Mitarbeiter in einem Schutzraum in einem anderen Gebäude auf dem Gelände untergekommen. Sie hätten überlebt.

Die Zeitung berichtete weiter, der Kommandeur der Internationalen Schutztruppe Isaf, US-General David Petraeus, sehe die militärischen Anstrengungen in Afghanistan durch die Verbrennung des Korans gefährdet. „Es ist offensichtlich ein weiteres ernstes Sicherheitsproblem in einem Land, das beträchtlichen Sicherheitsproblemen gegenübersteht“, sagte Petraeus dem „WSJ " .

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos

Beschreibung anzeigen